Do., 01.10.2015 , 10:15 Uhr

Bund der Steuerzahler kritisiert Regensburger Fußball-Arena

Update, 01.10: OB Joachim Wolbergs reagiert im TVA Interview:

 

Ursprüngliche Nachricht:

Explodierende Kosten für öffentliche Bauprojekte, immense Ausgaben für den G7-Gipfel, Medaillen aus purem Gold für verdiente Stadträte: Der Bund der Steuerzahler (BdSt) beklagt erneut viele Fälle von Steuerverschwendung oder zumindest fragwürdigen Staatsausgaben. In seinem neuen «Schwarzbuch», das am Mittwoch in München vorgelegt wurde, stellt der Verband unter anderem infrage, ob ein dreistelliger Millionenbetrag für den Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs Anfang Juni auf Schloss Elmau verhältnismäßig gewesen sei. Explodierende Baukosten beklagt der Steuerzahlerbund unter anderem bei der geplanten Straßenbahnunterführung am Augsburger Hauptbahnhof. Beispiele für fragwürdige und skurrile Fälle aus dem «Schwarzbuch»:

G7-GIPFEL: Der Bund der Steuerzahler geht davon aus, dass der Gipfel weit mehr gekostet hat als die offiziell veranschlagten gut 130 Millionen Euro. Grund sei, dass man die Personalkosten – etwa für die vielen tausend Polizisten – im Gegensatz zu Freistaat und Bund sehr wohl ansetze, sagte Verbandspräsident Rolf von Hohenhau. Für den Steuerzahler seien die Kosten eine «Zumutung», heißt es im neuen «Schwarzbuch».

AUGSBURGER HAUPTBAHNHOF: Als «Fass ohne Boden» bezeichnet der Steuerzahlerbund die geplante Straßenbahnunterführung am Augsburger Hauptbahnhof. Hier seien die Kosten von den im Jahr 2006 veranschlagten 70 Millionen Euro inzwischen auf mindestens 180 Millionen gestiegen. Und man müsse damit rechnen, dass es am Ende rund 300 Millionen seien, sagte BdSt-Vizepräsidentin Maria Ritch.

STADION REGENSBURG: Mit seinem mehr als 50 Millionen Euro teuren, neuen Stadion leiste sich Regensburg ein «Prestigeprojekt zulasten der Steuerzahler», klagt der BdSt. Dabei spiele der SSV Jahn Regensburg mittlerweile in der vierten Liga. «Wo kämen wir hin, wenn sich jeder Viertligist ein solches Stadion bauen ließe?», fragte Ritch.

GOLDMEDAILLE: Das hoch verschuldete Wunsiedel habe an fünf verdiente Stadtratsmitglieder bei deren Ausscheiden Medaillen aus purem Gold verliehen, kritisiert der Steuerzahlerbund. Kosten pro Stück: 2780 beziehungsweise 1910 Euro, insgesamt 11 290 Euro. Dem stellte Ritch die Materialkosten für ein Bundesverdienstkreuz entgegen: 100 Euro.

UNNÜTZER CONTAINERSTELLPLATZ: In Schweinfurt wurde für 15 000 bis 20 000 Euro ein Stellplatz für Wertstoffcontainer errichtet – und nach Beschwerden eines Anwohners nie benutzt. Nun werde 500 Meter weiter ein neuer Stellplatz geplant, der nicht direkt an Wohnhäuser grenze.

FRÄNKISCHE WEINPROBIERSTUBE: In einem Flügel der Münchner Residenz wird eine «Fränkische Weinprobierstube» gestaltet. Die Kosten dafür seien von 400 000 Euro mittlerweile auf eine Million Euro gestiegen.

SPITZEL AUF DER WIESN: Hier geht es um Geld des Bundes: Der Bundesnachrichtendienst lädt seit Jahren Spione aus aller Welt auf das Oktoberfest ein. Wie viele Auslandskollegen regelmäßig in den Genuss kämen, wolle die Bundesregierung nicht beantworten, kritisiert der BdSt. Fest stünden aber bis zu 50 Euro Bewirtungskosten je Gast.

dpa

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