Di., 21.07.2020 , 10:31 Uhr

Borkenkäferbekämpfung: Nationalpark Bayerischer Wald testet Debarking Harvester

Seit gut einem Monat hat der Nationalpark Bayerischer Wald in den Rand- und Entwicklungszonen rund um Zwieslerwaldhaus eine neue Maschine zur Borkenkäferbekämpfung im Einsatz. Der Debarking Harvester entfernt dank eines speziellen Entrindungskopfes sofort nach dem Fällen befallener Fichten deren Rinde.

Eine erste Bilanz zum Testeinsatz zog Franz Baierl, Sachgebietsleiter für Wald- und Flächenmanagement, nun bei einem Präsentationstermin mit Forstvertretern der Region.

„Für uns als Schutzgebiet besteht der große Vorteil darin, dass wir auf den Flächen, auf denen wir noch Borkenkäfermanagement betreiben, einen doppelten Effekt haben,“ erklärt Baierl. „Zum einen können wir dank der Maschine sehr schnell und effektiv den Buchdrucker bekämpfen, zum anderen können danach sowohl die geschälte Rinde als auch die gefällten Bäume im Wald verbleiben.“ Die Biomasse diene dann wiederum als Nährstoffquelle und Lebensraum für Waldarten. Zudem verringere sich gerade auf Nassböden die Druckbelastung auf den Untergrund, da die Bäume nicht aufwändig gerückt werden müssen.

Baierl betonte zudem, dass die Maschine auch für Wirtschaftswälder interessant sein könnte. Eine geringe Menge des entrindeten Holzes wurde gerückt und an ein regionales Sägewerk verkauft. Das entrindete Holz war ohne Qualitätsverlust verwendbar. Somit sind sowohl die Nationalparkverwaltung als auch das abnehmende Sägewerk vollauf zufrieden. Die anwesenden Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, der Waldbauernvereinigungen sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erkannten weitere Vorteile für deren Einsatzmöglichkeiten. So könne man in Borkenkäfer-Hochphasen etwa die Bäume nach der Ernte unbedenklich im Wald liegen lassen und erst später rücken. So werden keine Lagerflächen benötigt.

Franz Baierl beantwortet im YouTube-Video drei Fragen zum Einsatz des Debarking Harvesters.

 

 

Pressemitteilung Nationalpark Bayerischer Wald

 

Das könnte Dich auch interessieren

15.04.2026 Oberpfalz: Polizei setzt GPS-Köderfahrräder gegen Fahrraddiebe ein Das Polizeipräsidium Oberpfalz geht bei Fahrraddiebstählen neue Wege und setzt künftig auf Köderfahrräder mit GPS-Sendern. Damit sollen vor allem organisierte Diebesbanden schneller erkannt und überführt werden. 15.04.2026 Bund plant Entlastung für Geberländer – Bayern kritisiert ungerechten Finanzausgleich Der Bund greift hoch verschuldeten Kommunen unter die Arme. Doch nicht nur sie werden entlastet - sondern auch die reichsten Bundesländer. Zu denen gehört auch Bayern. 15.04.2026 München/Regensburg: Olaf Hermes wird neuer Chef der Staatsforsten Neues Gesicht für die Staatsforsten – altbekanntes für RegensburgDie Bayerischen Staatsforsten bekommen einen neuen Chef: Zum 1. Juli wird der von den Stadtwerken Bonn geholte Manager Olaf Hermes an die Spitze des größten deutschen Forstbetriebs treten. Das teilte das Wirtschaftsministerium in München mit. «Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Blick von außen neue Impulse 15.04.2026 Heute Abend im Programm