Di., 02.09.2025 , 09:13 Uhr

Bisher größter Einsatz der SEA-EYE 5: 144 Menschen im zentralen Mittelmeer gerettet

Zehn Jahre nach dem Tod von Alan Kurdi zwingt der Mangel an sicheren Fluchtwegen Menschen bis heute zur Flucht über das Mittelmeer. Die Seenotretter mussten deshalb wieder eingreifen, um zahlreiche Menschenleben zu retten.

Am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr erreichte die Besatzung der SEA-EYE 5 einen Seenotfall, den die Organisation Alarm Phone gemeldet hatte. Innerhalb weniger Stunden konnte die Crew 144 Personen retten, die tagelang auf einem seeuntüchtigen Holzboot im Meer getrieben waren.

Dr. Giovanni Cappa, Einsatzarzt von German Doctors an Bord der SEA-EYE 5, berichtet:

„Einige der Menschen an Bord waren dehydriert und unterernährt. Unter den Geretteten befand sich auch eine schwangere Frau. Der Zustand mehrerer Menschen war kritisch und erforderte sofortige medizinische Hilfe. Dies war eine Herausforderung für die gesamte Besatzung, die sich um die Versorgung kümmern und gleichzeitig eine so große Anzahl von Menschen in Not betreuen musste.“

Der kritische Zustand zweier Personen erforderte eine medizinische Evakuierung. Die beiden medizinischen Notfälle wurden gemeinsam mit 51 weiteren Personen südlich von Lampedusa von einem Schiff der italienischen Küstenwache übernommen.

Die SEA-EYE 5 wurde nach dem Einsatz von den italienischen Behörden angewiesen, die verbleibenden rund 100 Personen zum etwa 40 Stunden entfernten Hafen von Tarent zu bringen. Da der Rettungskreuzer nicht für einen Transfer einer derart großen Menge an Menschen über eine so weite Distanz ausgelegt ist, hat die Crew wiederholt bei den italienischen Behörden darum gebeten, einen nähergelegenen Hafen ansteuern zu dürfen – vergeblich.

„Obwohl wir sie fortwährend unterstützen, sind die Menschen an Bord gezwungen, aufgrund des weit entfernten Ausschiffungshafens über einen längeren Zeitraum hinweg extreme Temperaturen an Deck und sehr beengte Platzverhältnisse zu ertragen. Unter diesen Bedingungen kann sich ihr Gesundheitszustand nur verschlechtern,“

mahnt Dr. Giovanni Cappa.

Die italienische Seenotrettungsleitstelle schickte am späten Montagnachmittag ein Marineschiff, das die SEA-EYE 5 nach Tarent eskortieren soll.

„Morgen ist der zehnte Todestag von Alan Kurdi, seinem Bruder Ghalib und seiner Mutter Rehanna. Es ist beschämend, dass wir zehn Jahre später immer noch keine legalen Fluchtwege geschaffen haben, sondern Menschen auch im Jahr 2025 immer noch gezwungen sind, lebensgefährliche Fluchten über das zentrale Mittelmeer auf sich zu nehmen. Europäische Regierungen haben nicht nur versäumt, eine staatliche Seenotrettung aufzubauen, sondern behindern zudem aktiv die Arbeit der zivilen Helfer*innen. Dass sie sich dabei besonders kreative Schikanen überlegen, die dazu führen, dass die geretteten Menschen, nach allem, was sie durchgemacht haben, weiterem Stress und gesundheitsgefährdenden Strapazen ausgesetzt werden, ist einfach perfide,“

sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V.

 

PM Sea Eye

 

 

 

 

Das könnte Dich auch interessieren

07.06.2026 Mintraching: Frontalzusammenstoß auf der B8 – Motorrollerfahrer durch die Luft geschleudert Frontalzusammenstoß auf der B8 Beim Abbiegevorgang kam es zu einem Frontalzusammenstoß zwischen dem Lastwagen und dem Motorroller. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 66-Jährige mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Der Mann blieb schwer verletzt auf der Fahrbahn liegen. Ersthelfer kümmerten sich sofort um den Verletzten und stabilisierten ihn noch am Unfallort. Anschließend wurde 07.06.2026 Regensburg: Zwei 15-Jährige stehlen Alkohol in den Arcaden Spirituosen im Rucksack versteckt Nach Angaben der Polizei steckten die Jugendlichen die Spirituosen in ihre Rucksäcke. Eine Absicht, die Waren zu bezahlen, bestand offenbar nicht. Anschließend verließen sie den Supermarkt, ohne die Produkte an der Kasse zu begleichen. Das aufmerksame Personal bemerkte den Vorfall jedoch und verständigte umgehend die Polizei. Anzeige und Abholung durch die 06.06.2026 Barbing: Crash im Kreuzungsbereich – Autos stark beschädigt Am Freitagabend ist es bei Barbing im Landkreis Regensburg zu einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereichgekommen. 05.06.2026 Neutraubling: Rot übersehen – Crash mit drei Autos und vier Verletzten Am Mittwochabend gab es an der Kreuzung Bayerwaldstraße / Borsigstraße / Haidauer Straße in Neutraubling einen Verkehrsunfall mit drei Autos. Eine 20-Jährige fuhr bei Rot in die Kreuzung und stieß mit einem Auto mit drei Insassen zusammen. Dieses wurde in ein weiteres Auto mit zwei Personen geschoben. Die Fahrerin sowie drei weitere Personen wurden verletzt