So., 01.04.2018 , 10:04 Uhr

Bischof Voderholzer tauft acht Erwachsene in der Osternacht

Acht erwachsene Menschen haben während der Feier der Osternacht im Regensburger Dom das Sakrament der Taufe erhalten. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer spendete ihnen das Sakrament während des großen Pontifikalgottesdienstes am Samstagabend. Somit wurden die acht Taufbewerber, die sich lange auf diesen Schritt vorbereitet hatten, in die Kirche eingegliedert; außerdem erhielten sie zur Stärkung mit dem Heiligen Geist das Sakrament der Firmung. Auch empfingen sie erstmals das Sakrament der Eucharistie. Die Feier der Osternacht ist der Termin, an dem traditionell erwachsene Menschen getauft werden.

Die Neugetauften traten einzeln vor den Bischof, die Paten standen jeweils hinter ihnen, als Bischof Voderholzer bei jedem einzelnen die Taufe vornahm und den Frieden wünschte. Die Neugetauften stammen aus verschiedenen Pfarreien im Bistum Regensburg. Im Anschluss an den Gottesdienst dankte der Regensburger Bischof im benachbarten Haus Heuport den Erwachsenen bei einem frohen Beisammensein und übergab ihnen Rosenkränze für das Gebet. Die Christen sollen eifrig im Gebet sein. Bereits zuvor hatte er den fünf Frauen und drei Männern im Regensburger Dom für ihr Bekenntnis und ihr Zeugnis in der Öffentlichkeit gedankt. Bischof Voderholzer erklärte, dass die Taufe auch erwachsenen Gläubigen immer wieder Mut macht.

Das zentrale Gotteshaus im Bistum Regensburg war gefüllt mit diesen Gläubigen, die die Auferstehung des Herrn mitfeierten. Zunächst hatte der Bischof das Osterfeuer vor dem Dom gesegnet und die Bedeutung Jesu Christi für alle Zeiten hervorgehoben. Im großen liturgischen Zug war dann die kleine Flamme in die bis dahin dunkle Kirche getragen worden, wo sie verteilt wurde und den Raum in sanftes Kerzenlicht hüllte. In mehreren Lesungen trugen Lektoren die Berichte und Texte von Gottes Schöpfungs- und Erlösungstaten vor. Erhellt wurde dann die versammelte feiernde Gemeinde beim Osterjubel von strahlendem Licht, als der Osterjubel erklang. Die Orgel, die am Abend des Gründonnerstags verstummte, war wieder in ihren bewegenden Klängen zu vernehmen.

In seiner Predigt wies Bischof Rudolf Voderholzer auf die Größe des Menschen. Als Ebenbild Gottes kommt ihm eine unzerstörbare Würde zu. Er erinnerte an die Aussagen Romano Guardinis. Der Religionsphilosoph hatte einst darauf aufmerksam gemacht, dass der Mensch das einzige Wesen ist, zu dem Gott spricht. Der Mensch kann demnach Gott hören und sein Adressat sein. Wenn der Mensch betet, ist der Mensch in höchstem Maße Mensch. Wenn sich der Mensch dieser eigenen Größe aber nicht mehr bewusst ist, „kreuzt er sich zurück zum nackten Affen“ (Karl Rahner). Ostern feiern heißt auf Christus, den neuen Adam, schauen. Die Erlösung geschah, als Christus den alten Adam der Sünde in Tod und Auferstehung überwunden hat.

Der Regensburger Bischof bat die Neugetauften, mit Gott persönlich im Gebet im Gespräch zu bleiben. Dabei werden Sorgen und Nöte, Freunde und Dank vor ihn gebracht. Außerdem sollten sie ihren Glauben in vielen Formen zum Ausdruck bringen, zum Beispiel auch in der Pflege eines Herrgottswinkels zu Hause. Am Ende des Gottesdienstes segnete Bischof Voderholzer die von den Gläubigen zahlreich mitgebrachten Osterspeisen; darunter, eigens erwähnt, auch die Osterhasen aus Schokolade.

 

PM/LH

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