Mi., 15.02.2023 , 17:44 Uhr

35.000 Euro

Berlin/Regensburg: Entschädigung für Missbrauchsopfer kam nie an

Der Senior sollte als Opfer sexuellen Missbrauchs von der Kirche eine Entschädigung bekommen – und wurde von einem Bekannten um das Geld gebracht. Davon geht zumindest die Berliner Staatsanwaltschaft aus und hat einen 62-Jährigen wegen Betruges und Urkundenfälschung angeklagt.

Das Bistum Regensburg habe dem Opfer 35.000 Euro als Entschädigung im Mai 2022 zugestanden und überwiesen, teilte die Staatsanwaltschaft Berlin am Mittwoch mit. Das Geld sei aber nicht bei dem 64-Jährigen angekommen, weil es aufgrund falscher Angaben des Bekannten auf dessen Konto gelandet sei.

Laut Anklage hat der Beschuldigte dem 64-Jährigen im Dezember 2020 beim Ausfüllen eines mehrseitigen Antrags auf Entschädigung geholfen. Als Bankkonto habe er dabei sein eigenes Konto angegeben.

Im Januar 2021 soll der 62-Jährige nach den Ermittlungen noch weiter gegangen sein: Als eine Mitarbeiterin des Erzbistums ihn kontaktierte und den Mann irrtümlich für den Anwalt des 64-Jährigen hielt, klärte er den Irrtum nicht auf. Vielmehr habe er das neue Formular komplett selbst ausgefüllt, es im Namen seines Bekannten unterschrieben, aber seine eigene Bankverbindung angegeben, so der Vorwurf. Wie der Fall aufflog, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen.

 

dpa / MB

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