Di., 14.11.2023 , 15:40 Uhr

Gerüchte bestätigt: Continental streicht Stellen

Continental hat die Gerüchte bestätigt: Der Konzern wird Stellen streichen - wie viele genau ist noch nicht bekannt.

Peter Aumer: „Conti Regensburg muss geschont werden“

Der Regensburger Bundestagsabgeordnete Peter Aumer fordert die Geschäftsführung der Continental AG auf, den Standort Regensburg von den geplanten Kürzungen auszunehmen.

„Sicher muss das Unternehmen auf die Veränderungen im Bereich Automotive reagieren. Der Conti-Standort Regensburg hat hier aber bereits in den letzten Jahren massive Stellenkürzungen hinnehmen müssen. Das muss bei den anstehenden Entscheidungen berücksichtigt werden! Aktuell läuft noch ein Freiwilligenprogramm zum Stellenabbau und erst im Juli haben die ca. 4.500 Beschäftigten auf die Zahlung der Sonderzulage verzichtet. Die Bereitschaft der Regensburger Belegschaft, die Veränderungen aktiv mitzugestalten, muss bei der jetzt anstehenden Neuaufstellung wohlwollend berücksichtigt werden.

Für die Zukunft muss die Unternehmensführung Konzepte entwickeln, wie der Standort in Regensburg breiter aufgestellt werden kann. Eine Möglichkeit sind Verlagerungen anderer Geschäftsfelder nach Regensburg. Auch Stadt und der Landkreis müssen unterstützend mithelfen. Bei meinen Unternehmensbesuchen bei Continental gab es immer wieder Rufe, dass gerade die Infrastruktur rund um den Standort ausbaufähig wäre.

Das muss jetzt dringend angepackt werden, damit die Region Regensburg erfolgreich durch die Transformation im Automobilbereich kommt. Immerhin hängen über 60.000 Arbeitsplätze in der Region direkt oder indirekt an der Automobilindustrie.“ – Peter Aumer, MdB

 

Update 13.11., 13:00 Uhr

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will seine kränkelnde Autozuliefersparte mit tausenden Stellenstreichungen wieder rentabel machen. Ab 2025 soll eine jährliche Kostenentlastung von 400 Millionen Euro im Verwaltungsbereich greifen, wie das Dax-Unternehmen am Montag in Hannover mitteilte. Unter anderem werden Geschäftsfelder stärker gebündelt. Mit den Maßnahmen sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt werden, außerdem soll die Effizienz der Forschungs- und Entwicklungsausgaben erhöht werden.

Wie viele Arbeitsplätze genau betroffen sein werden, steht nach Angaben von Conti noch nicht abschließend fest. Die Zahl dürfte aber voraussichtlich im mittleren vierstelligen Bereich liegen, hieß es. Am Wochenende hatte das «Manager Magazin» über weltweit rund 5.500 wegfallende Jobs berichtet. Zuletzt hatte die Sparte 102 574 Mitarbeitende, im gesamten Konzern waren es 203.593.

«Diese Maßnahmen erhöhen Effizienz und Effektivität und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit», sagte Spartenchef Philipp von Hirschheydt. Conti steckt in der Autozulieferung seit längerem in der Krise und hat Mühe, in dem Geschäft mit Bremsen, Innenausstattung, Sensoren und Elektronik operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Dabei muss Conti wie andere Branchenvertreter auch stark in künftige Technik investieren. «Unser Ziel ist ein nachhaltig profitabler Unternehmensbereich, der aus eigener Kraft Investitionen in seine Zukunft tätigen kann», sagte von Hirschheydt.

 

Erstmeldung 13.11.

In der Automotive-Sparte, in der auch Geschäfte mit Displays und Fahrassistenzsystemen gebündelt sind, sollen weltweit rund 5.500 Stellen abgebaut werden, über 1.000 davon an den rund 30 deutschen Standorten, wie das «Manager Magazin» am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete.

Das wären knapp drei Prozent der per Ende September über 200.000 Conti-Mitarbeiter. Dies solle einige Hundert Millionen Euro sparen. Treffen werde der Stellenabbau vor allem die Verwaltung, Produktion und Entwicklung seien offenbar zunächst ausgenommen, hieß es.

 

Ein Continental-Sprecher sagte am Abend auf Anfrage, «Gerüchte» würden nicht kommentiert. Das Unternehmen prüfe «weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensbereichs Automotive». Dies schließe mögliche Veränderungen in Verwaltungsstrukturen ein, um künftig schnellere und agilere Entscheidungen zu ermöglichen und die Kostenseite zu entlasten. Entsprechende Maßnahmen würden geprüft. Ob es bereits eine Entscheidung gebe, konnte er nicht sagen.

 

Die Pläne für den Dax-Konzern sollen laut dem «Manager Magazin» an diesem Montag in einem Webcast mit den Mitarbeitern vorgestellt werden. Mit dem Schritt wolle der seit Mai amtierende Spartenchef Philipp von Hirschheydt ab 2025 Automotive jährlich 400 Millionen Euro Kosten einsparen, schreibt das Magazin. Bereits 2024 sollen rund 200 Millionen Euro erreicht werden. So solle die größte Conti-Sparte mit ihren gut 100.000 Beschäftigten und zuletzt 18,3 Milliarden Euro Jahresumsatz wieder auf einen profitablen Kurs kommen.

 

dpa / MB

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