Di., 01.02.2022 , 14:45 Uhr

Bei größeren Corona-Ausbrüchen: Künftig ganze Klassen im Distanzunterricht

Nach viel Kritik an den Corona-Regeln für die bayerischen Schulen werden diese in einem Punkt angepasst: Bei größeren Ausbruchsgeschehen können Schulleiter künftig ganze Klassen nach Hause und in den Distanzunterricht schicken, und zwar für fünf Tage.

Sie müssen in diesen Fällen dann nicht mehr auf eine entsprechende Anweisung des Gesundheitsamtes warten, sondern können eigenständig handeln. Das teilte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München mit, bei der auch einige Schulleiter zugeschaltet waren. Von einer „gravierenden Häufung“ von Corona-Fällen sei auszugehen, wenn rund 50 Prozent der Schüler einer Klasse betroffen seien, sagte Piazolo.

Formal handelt es sich dabei dann nicht um eine förmliche Quarantäne-Anordnung für die Klasse beziehungsweise die übrigen Kinder – dafür bleibt weiterhin allein das Gesundheitsamt zuständig. Die Schulleiter können aber künftig entscheiden, ob bestimmte Klassen wegen vieler Corona-Fälle in den Distanzunterricht wechseln müssen. Das kann und soll dann deutlich früher geschehen, als es angesichts der massiven Überlastung vieler Gesundheitsämter derzeit oft möglich ist. Schülerinnen und Schüler, die positiv getestet werden, müssen auch weiterhin, wie bisher, umgehend nach Hause und in Isolation.

Damit lenkt das Kultusministerium nach viel Kritik von Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden ein. Zuletzt nämlich hatte das Ministerium in einem Schreiben an Schulen und Eltern nicht nur betont, dass allein das zuständige Gesundheitsamt entscheide, wer in Quarantäne müsse, sondern auch explizit festgehalten: „Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht.“ Daran hatte sich die teils deutliche Kritik entzündet – weil manche Schulen offenbar durchaus zuvor eigenständiger gehandelt hatten.

 

dpa/MS

Das könnte Dich auch interessieren

23.06.2026 Erneute Brandstiftung: Zwei Jugendliche nach Lagerhallenbrand in Untersuchungshaft Nach dem schweren Brand einer Lagerhalle in Ursensollen im Landkreis Amberg-Sulzbach sitzen zwei 17-Jährige in Untersuchungshaft. Die Jugendlichen stehen im Verdacht, das Feuer vorsätzlich gelegt zu haben. Der entstandene Schaden wird auf rund 500.000 Euro geschätzt. Hinweise auf Brandstiftung Bei dem Brand wurden unter anderem ein Lastwagen, Holzmöbel und Gasflaschen beschädigt. Während der Löscharbeiten entdeckten 23.06.2026 Hemau: Hohe Gewinne versprochen – am Ende war das Geld weg Ein 60-jähriger Mann aus Hemau ist Opfer eines Anlagebetrugs geworden. Über mehrere Monate hinweg investierte er Geld in eine vermeintliche Trading-Plattform und verlor dabei einen Betrag im unteren fünfstelligen Eurobereich. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Über Werbelink auf Plattform aufmerksam geworden Der Mann wurde über einen Link auf einer Videoplattform auf die angebliche Geldanlage 23.06.2026 Berching: Einbruch in Behindertenwerkstatt In den letzten Tagen wurde in eine Behindertenwerkstatt in Berching eingebrochen. 23.06.2026 Heute Abend im Programm