Mi., 25.11.2020 , 09:56 Uhr

Bayerns Unternehmen sind dem Standort treu - Oberpfalz vorne

Die allermeisten bayerischen Unternehmen sind mit ihrer Standortwahl zufrieden. 19 von 20 Betrieben (95 Prozent) würden sich wieder im Freistaat ansiedeln, wie eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ergeben hat, die der Deutschen Presse-Agentur exklusiv vorab vorliegt. Damit hat sich die Standortloyalität inmitten der Corona-Krise leicht um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die Befragung hatte im Sommer stattgefunden.

Am treuesten sind die Unternehmen dabei in der Oberpfalz und Niederbayern mit Loyalitäten von 97,5 und 95,8 Prozent. Die vergleichsweise niedrigste Loyalität gibt es in Oberfranken, Mittelfranken und Schwaben. Mit je 94,1 Prozent sind die Werte aber auch dort hoch. «Das gute Ergebnis zeigt, dass sich die Unternehmen auch in der Corona-Krise am Standort Bayern gut aufgehoben fühlen», betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Auch die Standortqualität wird insgesamt recht gut bewertet. Mit 75,5 von 100 möglichen Punkten liegt sie auf dem zweithöchsten Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2013. Nur vergangenes Jahr fiel das Urteil ein klein bisschen besser aus. In der Rangliste der Regierungsbezirke liegen hier Oberbayern und Schwaben vorne, die Oberpfalz und Oberfranken hinten.

Dennoch haben die Unternehmen auch einiges auszusetzen: Betrachtet man einzelne Felder, glänzen die von den befragten Betrieben vergebenen Schulnoten nicht. So gibt es für Verwaltungshandeln sowie den Bereich Humankapital und Arbeitsumfeld jeweils eine 3,5. Auch bei der allgemeinen Infrastruktur mit 2,9 und dem Innovationsumfeld mit 2,7 fallen die Noten eher mittelmäßig aus. Noch am besten schneidet die Energie- und Stromversorgung mit 2,5 ab.

Interessanterweise haben sich die Noten für die einzelnen Bereiche seit 2013 meist verschlechtert - während die allgemeine Standortzufriedenheit gestiegen ist. Hanno Kempermann, einer der Autoren der Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH für die vbw erstellt hat, erklärt die Diskrepanz: Bei der übergeordneten Frage, wie das Gesamtpaket bewertet werde, gingen noch weitere Faktoren ein, sagt er. Beispielsweise auch der Vergleich mit der Entwicklung an anderen Standorten und Faktoren wie Sicherheit und Lebensqualität in Bayern. «Im Detail gibt es immer Dinge zu verbessern. Im Allgemeinen sind die Unternehmen aber ganz zufrieden.»

dpa

 

Weitere Meldungen zum Thema Wirtschaft

27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote. Im Februar 2025 23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 06.02.2026 Bayern: Mehr Baugenehmigungen – doch die Entspannung bleibt aus Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Freistaat im Jahr 2025 insgesamt 54.149 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vom früheren Niveau ist der Wohnungsbau jedoch weiterhin weit entfernt: 2021 lag die Zahl noch bei 80.344 genehmigten Wohnungen. Eine spürbare Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist damit weiterhin nicht 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage 04.02.2026 Infineon kauft Teil von ams Osram Infineon kauft einen Bereich des Sensorgeschäfts des deutsch-österreichischen Unternehmens ams Osram. Der Kaufpreis beträgt rund 570 Millionen Euro, wie die Unternehmen mitteilen. Infineon erwartet dadurch einen zusätzlichen Umsatz von rund 230 Millionen Euro im Jahr 2026.  30.01.2026 Bayern: Arbeitslosenquote klettert – Experten sehen kein gutes Zeichen 344.777 Menschen waren im Januar ohne Arbeit – das sind 33.982 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent, ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Höchster Januarwert seit 2010 Nach Angaben von Markus Schmitz, dem Chef der bayerischen Arbeitsagenturen und

Das könnte Dich auch interessieren

27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote. Im Februar 2025 23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 06.02.2026 Bayern: Mehr Baugenehmigungen – doch die Entspannung bleibt aus Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Freistaat im Jahr 2025 insgesamt 54.149 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vom früheren Niveau ist der Wohnungsbau jedoch weiterhin weit entfernt: 2021 lag die Zahl noch bei 80.344 genehmigten Wohnungen. Eine spürbare Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist damit weiterhin nicht 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage