Fr., 18.03.2016 , 10:34 Uhr

bayernhafen Regensburg zieht Bilanz

Im bayernhafen Regensburg, der zusammen mit den Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth und Passau zur bayernhafen Gruppe gehört, wurden 2015 insgesamt 3,63 Mio. t Güter über die
Verkehrsträger Schiff und Bahn umgeschlagen. Das sind 9,7 % weniger als 2014.
Der Bahngüterumschlag legte um 8,7 % auf 1,983 Mio. t zu.
Per Schiff wurden 1,649 Mio. t umgeschlagen, nahezu identisch mit 2013, aber im Vergleich zu 2014 ein Rückgang von 25 %.
Gemessen am Schiffsgüterumschlag ist Regensburg mit Abstand der größte Hafen in Bayern. Den stärksten Rückgang gab es im Schiffsumschlag bei Mineralölerzeugnissen: Hier wurden 2015 per Schiff nur noch 72.967 t umgeschlagen (Vorjahr 254.769 t) – für den Transport wurde verstärkt die Bahn eingesetzt. Langfristig sind aufgrund der Energiewende keine nennenswerten Umschlagszuwächse bei Mineralöl und Kohle mehr zu erwarten.
Auch der Schiffsumschlag von Eisen und Stahl nahm 2015 ab, um 30,3 % auf 256.302 t. Den größten Anteil am Schiffsgüterumschlag machen weiterhin landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Nahrungs- und Futtermittel aus mit zusammen 707.900t. Von Regensburg wird Getreide per Binnenschiff zu den Seehäfen an der Nordsee und von dort in die ganze Welt transportiert. Bahngüterumschlag steigt um 8,7%, Containerumschlag um 21,7 %. Per Bahn wurden zum Beispiel Mineralölerzeugnisse für das Tanklager und Zement angeliefert. Ein Plus von 21,7 % gab es beim Containerumschlag im bayernhafen
Regensburg: Die 126.052 TEU (twenty foot equivalentunit – 1 TEU entspricht einem 20-Fuß-Container) des von der CTR Container Terminal Regensburg GmbH betriebenen Containerterminals liegen nur knapp unter der Umschlagskapazität von 128.000 TEU. Mehrmals wöchentlich starten von hier Containerzüge zu den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven und zurück. Der LKW sorgt im Vor- und Nachlauf für die regionale Verteilung.
Der Großteil des Transports findet auf der Schiene statt. Das entlastet die Straßen und schont die Umwelt.
Bis Herbst 2016 wird das Containerterminal im bayernhafen Regensburg auf eine Umschlagskapazität von 200.000 TEU pro Jahr erweitert, Investitionsvolumen rund 10 Mio. Euro. Flächenanpassungen und der Abbruch alter Lagerhallen ermöglichen die Erweiterung auf bestehendem Hafengelände und die Anbindung an den Kai; so kann auch das Binnenschiff unmittelbar in den Containerumschlag miteinbezogen werden. Die verbesserte Straßenanbindung ermöglicht zukünftig eine Lenkung
der Verkehrsströme. Warteflächen werden erweitert und die Abfertigung optimiert. Dadurch werden die Zufahrtsstraßen entlastet.
Die seit 1998 im bayernhafen Regensburg angesiedelte DTU Donau-Transport- und Umschlagsgesellschaft begann Ende 2015 mit dem Bau einer ca. 2.600 m2 großen Lagerhalle für Schüttgüter aus dem Schifffahrtsbereich. Die Investition liegt bei rund 3 Mio. Euro. Die Fertigstellung ist für August 2016 geplant.
Verkehrsverlagerung beim Gütertransport auf langen Strecken ist ein wesentliches Ziel für die bayernhafen Gruppe. Die Basis dafür sind gutangebundene Hafen-Standorte, die eine intelligente
Verknüpfung der drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw in der Transportkette ermöglichen. Die Transportleistung der einzelnen Verkehrsträger geben die Tonnenkilometer wieder. Per Binnenschiff waren das in Regensburg 2015 rund 1,2 Milliarden Tonnenkilometer. Im Durchschnitt lag die
Transportweite per Binnenschiff bei 740 km. In Deutschland transportierte nach Angaben
des Forschungs-Informations-Systems des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur (BMVI) in 2013 das Binnenschiff seine Güter durchschnittlich 263 km, die Eisenbahn 303 Kilometer weit, und der LKW, der insbesondere den Vor- und Nachlauf übernimmt, nur 97 km.
An der Donaulände betreibt bayernhafen die Anlegestelle für die Flusskreuzfahrt in Kooperation mit der Stadt: Hier legten 2015 insgesamt 913 Kreuzfahrtschiffe an. Trotz des Booms bei Flusskreuzfahrten waren es wegen des monatelangen Niedrigwassers auf der Donau 12,6 % weniger Hotelschiffe als 2014. Tourenpläne mussten geändert werden; den Abschnitt Regensburg-Passau legten viele Passagiere
per Bus zurück und wechselten dann auf ein anderes Schiff. Von der Flusskreuzschifffah
rt profitieren auch die besuchten Städte:
Studien zufolge gibt ein Kreuzfahrttourist im Schnitt 30 bis 50 Euro pro Tag für Stadtführungen, Souvenirs, Taxis oder Cafébesuche aus. Die meist aus Amerika und Australien stammenden Touristen sind „Werbeträger“, die die besuchten Städte in ihrer Heimat bekannt machen. Häufig planen Flusskreuzfahrer einen weiteren Besuch mit mehr Zeit ein.
pm/LS

Das könnte Dich auch interessieren

23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage 27.01.2026 Regensburg: Aumovio baut Stellen ab Schlechte Nachrichten für die Mitarbeitenden von Aumovio: einige von ihnen könnten bis Ende des Jahres ihren Job verlieren. 02.01.2026 Neue Stromleitungen: Bayernwerk startet massiven Netzausbau Das Bayernwerk mit Sitz in Regensburg will in den kommenden Jahren zehntausende Kilometer neuer Stromleitungen errichten. Hintergrund ist der grundlegende Umbau der Stromversorgung in Bayern und Deutschland hin zu erneuerbaren Energien. „Wir bauen bis 2030 ungefähr 40.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsleitungen, das entspricht einmal rund um den Äquator“, sagte Vorstandschef Egon Westphal der Deutschen Presse-Agentur.