Mo., 17.08.2026 , 14:46 Uhr

Bayern: Zahl junger Straftäter nimmt ab

Im vergangenen Jahr wurden fast 10.000 Kinder bis 13 Jahren in Bayern zu Straftätern. Auch der Tatort Schule spielt eine Rolle.

In Bayern haben im vergangenen Jahr weniger junge Leute eine Gewalttat verübt – dennoch spielen sich auf Straßen, Bahnhöfen und auch Schulhöfen noch immer Gewaltdelikte ab, bei denen teilweise sogar Kinder zu Straftätern werden. Die Gesamtzahl junger Tatverdächtiger ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent gesunken, wie aus dem Kinder- und Jugendbericht des Landeskriminalamtes (LKA) hervorgeht.

Auch am Tatort Schule gab es weniger Delikte: Die Zahl ging im Vergleich zum Jahr 2024 um 10,5 Prozent auf 8.989 Straftaten zurück.

Fast 10.000 Kinder begehen Straftaten

Die Zahl der Kinder, die zu Straftätern geworden sind, ist ebenfalls leicht rückläufig – um 2,6 Prozent. Dennoch wurden auch 2025 fast 10.000 Kinder registriert, die Straftaten begangen haben. Ihr Anteil an Gewaltdelikten ist sogar weiter gestiegen.

Die Zahl der Kinder im Alter von 13 Jahren und jünger, die Opfer von Straftaten wurden, nahm 2025 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent zu. «Damit erreichen die Opferzahlen der Kinder einen neuen Höchststand und liegen erstmalig über denen der Jugendlichen», heißt es in dem LKA-Bericht. Auch bei den Tatverdächtigen legte die Gruppe der unter 13-Jährigen zu.

Messerstecher oft mit psychischen Problemen

Das Landeskriminalamt hat zudem eine Fallanalyse zu Straftaten mit Messern angelegt. Daraus wird deutlich, dass junge Menschen, die zum Messer greifen, um damit eine Gewalttat zu verüben, meist vorher schon eine kriminelle Karriere oder psychische Probleme haben.

Zu den Risikofaktoren, die häufig schon vor einem Messerangriff zugrunde liegen, gehören demnach insbesondere psychische Auffälligkeiten. Bei rund einem Viertel der jungen Messerangreifer im Alter von unter 21 Jahren seien psychische Probleme bereits in den Akten hinterlegt. 55 Prozent wiesen bereits andere Konfrontationen mit dem Gesetz auf – meist ging es dabei um Körperverletzung, Raub, Nötigung oder Bedrohung.

38 Prozent der jungen Täter – aber auch fast 30 Prozent der Opfer – sind den Angaben zufolge vor dem Messerzwischenfall mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten. Überhaupt hänge jeder fünfte Messerangriff mit der Anbahnung von Drogengeschäften zusammen. Die Hälfte der Delikte spiele sich an öffentlichen Plätzen ab, 11,3 Prozent an Schulen.

Täter und Opfer kennen sich meist

Täter und Opfer stünden fast immer in irgendeiner Beziehung zueinander und seien oft etwa gleich alt. In aller Regel werde bei den Zwischenfällen niemand verletzt. Das Messer werde lediglich zur Einschüchterung eingesetzt. Sechs Prozent der Opfer erleiden allerdings auch schwere Verletzungen, drei Prozent werden sogar lebensgefährlich verletzt.

 

dpa

 

 

Das könnte Dich auch interessieren

17.08.2026 Freystadt: 17-Jähriger stirbt nach Sprung in den Main-Donau-Kanal Ein 17-Jähriger ist nach einem Sprung von einer Brücke in den Main-Donau-Kanal bei Freystadt gestorben. Taucher der Wasserwacht konnten den Jugendlichen aus dem Wasser bergen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen starb er später in einem Krankenhaus.   17-Jähriger springt von Brücke in den Main-Donau-Kanal Der Vorfall ereignete sich am Samstagnachmittag, 15. August. Der 17-Jährige aus Allersberg sprang 17.08.2026 Lebenslange Haft für Mord auf Fest in Parsberg rechtskräftig Nach der tödlichen Messerattacke auf einem kurdischen Neujahrsfest in der Oberpfalz hat der Bundesgerichtshof (BGH) die lebenslange Haftstrafe für den Täter bestätigt. Der sechste Strafsenat verwarf die Revision des Angeklagten, wie das Gericht mitteilte. Das Urteil des Landgerichts Nürnberg, das den Syrer im Februar wegen Mordes schuldig gesprochen hatte, ist damit rechtskräftig.Den Ermittlungen zufolge besuchte 14.08.2026 Ostbayern: Über 25.000 illegalle Zigaretten entdeckt 12.08.2026 Neunburg vorm Wald: Mit neuer Masche - Betrüger täuschen Notruf vor und erbeuten Schmuck Mit einer nach Polizeiangaben neuartigen Betrugsmasche haben Unbekannte eine 67-Jährige um Schmuck im Wert eines mittleren vierstelligen Euro-Betrags gebracht. Einer der Täter verletzte die Frau zudem. Die Frau aus Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf war von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen worden. Dieser behauptete, in ihrer Nachbarschaft sei eingebrochen worden. Die Frau könne die Echtheit