Im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau wurden Ende Juli auf engem Raum mehr als zwölf tote Vögel gefunden, darunter Arten wie der Schwarzmilan, Rotmilan und Mäusebussard. Die Tiere starben alle an Vergiftungen mit Carbofuran, wie Untersuchungen zeigten. Die Polizei ermittele hier.
Es habe in Bayern aber bisher keine einzigen dem LBV bekannten Fall gegeben, in dem ein Täter zur Rechenschaft gezogen wurde. Insofern könne über die Motive nur gemutmaßt werden.
Aufsehen erregte auch eine Tat im unterfränkischen Landkreis Haßberge, wo im Oktober ein Mäusebussard mit dem verbotenen Insektizid Parathion – bekannt als E605 – vergiftet worden war. Parathion sei ein hochtoxisches Nervengift, das schon bei Hautkontakt zu Erbrechen, Durchfall, Atemlähmung, schweren Krämpfen oder sogar dem Tod führen könne, erläuterten die Naturschützer. In der Nähe des Ortes, an dem der tote Mäusebussard gefunden wurde, starben im gleichen Jahr mehrere Hunde, die Vergiftungssymptome hatten.
Neben Fleisch oder Schlachtabfällen setzen die Täter den Angaben zufolge auch sogenannte Kamikazetauben als Köder ein. Die Tauben werden mit Gift im Nacken eingestrichen – vermutlich um Greifvögel wie Habicht oder Wanderfalke zu vergiften, die andere Vögel in der Luft jagen. Im vergangenen Jahr seien zwei derartige Fälle registriert worden, im Landkreis Regensburg und im Landkreis Miesbach. Zudem wurden Greifvögel beschossen oder in Fallen gefangen.
Neben vorsätzlichen Tötungen beschäftigen die Naturschutzverbände auch unbeabsichtigte Vergiftungen. So starb im März ein Gänsegeier im Unterallgäu an einer Bleivergiftung. Der seltene Vogel hatte das Schwermetall vermutlich mit dem Aas eines Wildtieres aufgenommen, das mit bleihaltiger Jagdmunition beschossen worden war. Naturschützer setzen sich seit Langem für eine Jagd mit bleifreier Munition ein, wie sie im bayerischen Staatswald schon umgesetzt werde. Teils sei auch Rattengift Todesursache für Greifvögel.
dpa