Fr., 22.12.2017 , 08:49 Uhr

Bayern: Zahl der Drogentoten bleibt auf hohem Niveau

Die Zahl der Drogentoten ist dieses Jahr in Bayern auf hohem Niveau geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr (321 Tote) gab es keine große Veränderung, wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Detaillierte Zahlen werden die Sicherheitsbehörden voraussichtlich im Frühjahr 2018 in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik veröffentlichen. 

Wie schon die Jahre zuvor nahmen demnach auch 2017 die Todesfälle durch sogenannte «Neue psychoaktive Stoffe» (NpS) zu. Umgangssprachlich sind diese laut LKA unter den Namen Kräutermischungen und Badesalze bekannt. Vermehrt gebe es bei dieser Drogenart junge Todesopfer, sagte der LKA-Sprecher. Sie fühlten sich von den harmlos wirkenden und verlockend gestalteten Verpackungen angesprochen. Diese Drogen seien für junge Menschen frei im Internet, vor allem aus Asien und den Niederlanden, zu bestellen.

Den LKA-Zahlen zufolge starben in diesem Jahr mehr Menschen durch den Missbrauch des Schmerzmittels Fentanyl als noch im Vorjahr. Eine Entwicklung bleibt dabei stabil: «Unverändert zu den letzten Jahren bleibt Heroin die mit Abstand häufigste Todesursache bei illegalen Drogen», erklärte das LKA. Rückläufig waren demnach aber die Todesfälle durch Amphetamine. Wie der Sprecher betonte, handelte es sich bei fast allen Opfern um Langzeitkonsumenten.

Die bayernweite Entwicklung hat sich beispielsweise auch im Süden Oberbayerns abgezeichnet. «Seit Jahren bewegen wir uns auf demselben Niveau», sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim über die Todeszahlen durch Drogen. Dort rechnen die Beamten zum Jahresende mit 27 Drogentoten – wie schon in den zwei zurückliegenden Jahren. Auch hier stiegen zuletzt die Opferzahlen durch NpS an.

Vor allem in der Stadt München, dem Regierungsbezirk Unterfranken und im nördlichen Schwaben stieg die Zahl der Drogentoten zuletzt stark an. Der Trend habe sich dieses Jahr weder signifikant nach oben, noch nach unten entwickelt, sagte der LKA-Sprecher.

dpa/MF

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