Mi., 07.01.2026 , 11:51 Uhr

Bayern: Zahl der Arbeitslosen im Dezember gestiegen

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen Aufschwung am Arbeitsmarkt?

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 23.000 auf 2,908 Millionen gestiegen. Das sind 101.000 mehr als im Dezember 2024, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Höher lag die Arbeitslosigkeit zuletzt im Dezember 2010, damals waren 3,012 Millionen Menschen ohne Job.«Dem Arbeitsmarkt fehlt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind», erklärte die Chefin der Bundesagentur, Andrea Nahles. «Auch zum Jahresende hält daher die schwache Entwicklung an.» Für die Dezember-Statistik griff die Bundesagentur auf Daten zurück, die bis zum 11. Dezember vorlagen.

 

Talsohle erreicht?

Dass die Arbeitslosigkeit im Dezember zunimmt, ist üblich. Vor dem Jahresende stellen Unternehmen erfahrungsgemäß weniger neue Beschäftige ein. Zudem gibt es in der kalten Jahreszeit weniger Außenjobs etwa im Baugewerbe oder der Landwirtschaft.

Doch im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche habe sich der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt, sagte Nahles weiter. «Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr. Es deutet aber einiges darauf hin, dass wir die Talsohle erreicht haben.»

 

Weniger offene Stellen

Im Dezember ging die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter zurück. 619.000 offene Stellen waren bei der Bundesagentur gemeldet und damit 35.000 weniger als vor einem Jahr.

Für 41.000 Beschäftigte meldeten Betriebe den Zahlen zufolge vom 1. bis 29. Dezember konjunkturelle Kurzarbeit an. Wie viele diese tatsächlich in Anspruch nehmen, steht damit aber nicht fest. Aktuellste hochgerechnete Daten dazu liegen bis Oktober 2025 vor: Demnach wurde für 203.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt. Das sind 15.000 mehr als im Vormonat, aber 56.000 weniger als im Oktober 2024.

 

Arbeitslosigkeit in Bayern steigt

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 5.464 auf 310.795 Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im November. Im Vergleich zum Dezember 2024 gab es zum Jahresende 2025 17.606 mehr arbeitslose Menschen im Freistaat.

«Der bayerische Arbeitsmarkt kann sich auch im Dezember nicht erholen», sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz, laut Mitteilung. «Wir verzeichnen erneut einen Höchstwert bei den Arbeitslosenzahlen.» Die Arbeitslosigkeit sei zum Jahresende so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr.

Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten freien Stellen sei deutlich zurückgegangen, sagte Schmitz weiter. Und: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wachse nicht mehr.

 

Ähnliche Bilanz für Ostbayern

In unserer Region schaut es im Vergleich zu Dezember 2024 ähnlich aus: Im Raum Regensburg lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2025 bei 5,1 Prozent – das bedeutet ein Anstieg von 0,6 Prozent. Im Landkreis Kelheim hingegen ist die Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent nur minimal gestiegen. 2.556 Menschen waren im Landkreis Cham arbeitslos – und damit über 200 Personen mehr als noch Dezember 2024.

 

dpa/JM

 

Das könnte Dich auch interessieren

27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote. Im Februar 2025 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage 04.02.2026 Infineon kauft Teil von ams Osram Infineon kauft einen Bereich des Sensorgeschäfts des deutsch-österreichischen Unternehmens ams Osram. Der Kaufpreis beträgt rund 570 Millionen Euro, wie die Unternehmen mitteilen. Infineon erwartet dadurch einen zusätzlichen Umsatz von rund 230 Millionen Euro im Jahr 2026.  30.01.2026 Bayern: Arbeitslosenquote klettert – Experten sehen kein gutes Zeichen 344.777 Menschen waren im Januar ohne Arbeit – das sind 33.982 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent, ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Höchster Januarwert seit 2010 Nach Angaben von Markus Schmitz, dem Chef der bayerischen Arbeitsagenturen und