Mi., 29.03.2017 , 08:23 Uhr

Bayern wird süßer: Anbau von Zuckerrüben wird ausgeweitet

In Bayern wird wieder mehr Zucker produziert: Nachdem die EU mehrere Regelungen für den Zuckermarkt in Europa aufgehoben hat, reagieren die Landwirte mit einem deutlich stärkeren Anbau von Zuckerrüben. Im Süden Bayerns wird die Zuckerrübe auf rund 15 Prozent mehr Fläche angebaut, in Franken ist die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um gut 12 Prozent gewachsen.

In Bayern werden die Anbauer von Zuckerrüben von zwei Verbänden vertreten: Dem Verband der Fränkischen und dem Verband der bayerischen Zuckerrübenanbauer. Im bayerischen Verband – zuständig für Südbayern – ist die Zahl der Landwirte gleichzeitig zur Ausweitung der Anbaufläche um drei Prozent gesunken, wie Geschäftsführer Rudolf Apfelbeck der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Die Unsicherheit ist zu groß geworden. Alle bauen jetzt Zuckerrüben an und wissen nicht, wie viel Geld sie dafür kriegen.» Normalerweise sinke die Zahl der Anbauer – vor allem aus Altersgründen – jährlich um etwa 1,5 Prozent.

Sowohl die Erweiterung der Anbaufläche als auch die gestiegene Unsicherheit unter den Landwirten haben ihren Grund in der Liberalisierung des Zuckermarkts in der Europäischen Union. Bisher wurde von der EU geregelt, wie viel Zucker in Deutschland produziert werden durfte. Gleichzeitig gab es einen Mindestpreis für die Tonne Zucker und die Zuckerrüben. Mit der Ernte im Herbst 2017 fallen diese Regelungen weg.

Im vergangenen Sommer haben die Landwirte daher neue Verträge mit den Zuckerunternehmen – im Süden ist das vor allem die Firma Südzucker – abgeschlossen. «In diesen Verhandlungen wurde festgelegt, dass wir etwa 15 Prozent mehr Zuckerrüben anbauen werden», sagt Verbands-Geschäftsführer Apfelbeck. Die Landwirte müssen nun hoffen, dass die Zuckerunternehmen ihre Ware für einen guten Preis verkaufen. Denn den regelt ohne die EU-Verordnung nun der Weltmarkt.

In den südbayerischen Regierungsbezirken bewirtschaften dieses Jahr 5050 Zuckerrübenanbauer eine Fläche von rund 41 000 Hektar. Hinzu kommen rund 25 000 Hektar aus Franken, wie der Verband Fränkischer Zuckerrübenanbauer mitteilte. Die Gesamtanbaufläche vergrößert sich damit um rund 4000 Hektar im Vergleich zum Vorjahr.

Einen Höchstwert hat die Anbaufläche damit im ersten Jahr nach der EU-Quote allerdings nicht erreicht. So wurden etwa im Jahr 2011 im Freistaat nach Angaben des bayerischen Landwirtschaftsministeriums Zuckerrüben auf mehr als 67 000 Hektar Fläche angebaut.

Foto: Symbolbild

dpa/MF

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