Mi., 19.04.2023 , 17:07 Uhr

Bayern will noch vor Sommerpause gegen Erbschaftsteuerreform klagen

Der Freistaat Bayern will nach Angaben von Finanzminister Albert Füracker noch vor der Sommerpause Verfassungsklage gegen die Erbschaftssteuer einreichen.

«Bayern fordert seit Jahren die Erhöhung und die Regionalisierung der Freibeträge bei der Erbschaftsteuer. Sie wurden seit 2009 nicht erhöht und haben nicht zuletzt aufgrund der massiven Preissteigerungen im Immobilienbereich ihre Entlastungswirkung größtenteils verloren», sagte der CSU-Politiker am Mittwoch in München. Die Ampel-Regierung weigere sich hartnäckig tätig zu werden.

Bereits vor Monaten hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Klage gegen die Erbschaftssteuer angekündigt. Die neuen Regeln seien ungleich und damit ungerecht, sagte er. Bayern fürchtet Nachteile für Erben bei der Übertragung von Immobilienvermögen und fordert seit langem eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer. Es sei nicht fair, Grundstückspreise in Garmisch-Partenkirchen und in Greifswald miteinander zu vergleichen. «Wir brauchen höhere Freibeträge für Erben von Elternhäusern oder Wohnungen», sagte der CSU-Chef.

Bayern ist mit seiner Kritik an der Novelle der Erbschaftssteuer unter den Bundesländern aber vollkommen isoliert. Bei einer Umfrage im Finanzausschuss des Bundesrates stimmten im Dezember 15 Länder gegen den Antrag des Freistaats, zur Abstimmung über das Jahressteuergesetz den Vermittlungsausschuss anzurufen. In dem Antrag hatte Bayern für eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer sowie eine Erhöhung von Freibeträgen «innerhalb der engeren Familie» bei selbst genutztem Wohneigentum geworben.

«In den aktuellen Zeiten, in denen Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger vor erheblichen Herausforderungen stehen, müssen wir die Menschen entlasten, Leistung fördern und die Wirtschaft unterstützen», sagte Füracker. Die Abflachung des Einkommensteuertarifs wäre ein wichtiger und richtiger Schritt für eine deutliche Entlastung der Mitte der Gesellschaft.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

22.09.2026 Bayern: Reaktion auf Pisa-Ergebnisse - mehr Mathe, Deutsch und Sport Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sorgt sich angesichts der jüngsten Pisa-Ergebnisse um die langfristige Innovationsfähigkeit des Freistaats. Bei einer CSU-Fraktionsklausur in Kloster Banz bei Bad Staffelstein sprach Söder von einem «Pisa-Schock». Die Ergebnisse werfen für ihn die Frage auf, ob Bayern auch in einigen Jahren noch genügend qualifizierte Köpfe haben wird, um seine Innovationskraft zu 21.09.2026 Tschechien entlastet Autofahrer an der Tankstelle Aufgrund der hohen Energiepreise hat die tschechische Regierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um Autofahrer an der Tankstelle zu entlasten. Vom 1. Oktober an werde wieder ein Preisdeckel für Benzin und Diesel eingeführt, teilte Finanzministerin Alena Schillerova mit. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. Zugleich werde die Verbrauchsteuer auf Diesel auf 8,011 Kronen (33 Eurocent) je Liter 17.09.2026 Überraschender Abgang: Bayerns Justizminister Eisenreich geht Wechsel im bayerischen Kabinett mitten in der Legislaturperiode: Justizminister Georg Eisenreich (CSU) gibt sein Amt bereits zum 30. September vorzeitig ab. 2027 will er auch als Münchner CSU-Bezirksvorsitzender und 2028 als Landtagsabgeordneter aufhören. Das kündigte Eisenreich in einer schriftlichen persönlichen Erklärung an Parteifreunde und in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in München an. Er wolle perspektivisch 07.09.2026 Politischer Gillamoos: Reaktionen auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt