Di., 14.06.2016 , 08:20 Uhr

Bayern wächst gleichmäßiger als früher

Bayern wächst gleichmäßiger als früher, in den Städten wie auf dem Land. Das geht aus dem neuen Heimatbericht hervor, den Finanzminister Markus Söder (CSU) am Montag in München vorgestellt hat. In den meisten ländlichen Regionen gab es zuletzt mehr Zuzüge als Fortzüge. Zudem ist die Lücke zwischen der Zahl der Geburten und der Sterbefälle im ländlichen Raum zurückgegangen. In einigen Landkreisen geht der Bevölkerungsschwund dagegen weiter.

«Der ländliche Raum zieht wieder Menschen an», sagte Söder. Unter dem Strich mussten zuletzt nur noch zehn Landkreise und kreisfreie Städte einen Bevölkerungsrückgang hinnehmen - in den Jahren zuvor waren es im Mittel noch 21. Darunter sind etwa die Landkreise Kronach, Kulmbach, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Tirschenreuth und Wunsiedel. «Die Tendenz zeigt, dass es langsam, aber sicher mit der Bevölkerungsentwicklung besser wird», betonte der Minister. Es gebe aber Regionen, die «besondere Pflege und Unterstützung» bräuchten.

Insgesamt nahm die Bevölkerungszahl im ländlichen Raum zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 um rund 46 000 auf gut 7,1 Millionen Menschen zu. Mehr Fort- als Zuzüge gab es nur noch in sieben Landkreisen und kreisfreien Städten, darunter Main-Spessart, Kronach, Würzburg, Schweinfurt und Hof. Die Zahl der Geburten im ländlichen Raum nahm um vier Prozent zu, die Zahl der Sterbefälle sank um zwei Prozent.

«Es geht insgesamt aufwärts - aber wir sind noch nicht am Ziel», sagte Söder. Wer den ländlichen Raum stärken wolle, brauche einen langen Atem. Als entscheidende politische Maßnahmen nannte er die Digitalisierung, die Regionalisierung von Hochschulen, den kommunalen Finanzausgleich und die Verlagerung von Behörden in die Regionen.


Symbolfoto: Im ländlichen Raum gab es vier Prozent mehr Geburten zu vermelden

 

 

 

Kritik von SPD und Grünen

Kritik kam von der Opposition. «Zwar ist es zu begrüßen, wenn sich die Bevölkerungsverluste im ländlichen Raum verringern, doch ändert das nichts daran, dass viele Regionen sich nach wie vor auf der Verliererstraße befinden», klagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtags-SPD, Annette Karl. Denn in Bereichen wie Einkommen, digitale Anbindung, ärztliche Versorgung oder kommunale Daseinsvorsorge gebe es nach wie vor massive Unterschiede zwischen den Boomregionen und den abgehängten, meist ländlichen Kommunen.

«Der ländliche Raum in Bayern leidet weiter unter schwierigen Rahmenbedingungen, welche auch die Staatsregierung zu verantworten hat», kritisierte auch Freie-Wähler-Fraktionschef Hubert Aiwanger. Beispielsweise müsste schnelles Internet längst auf 50 Megabit pro Sekunde und darüber hinaus aufgerüstet sein. Markus Ganserer (Grüne) mahnte, das Bevölkerungswachstum in der Fläche sei ein Auftrag an die Landespolitik, gleichwertige Lebensverhältnisse auch außerhalb der Ballungszentren herzustellen. «Leider gelingt das in vielen Gegenden nicht», klagte er. «Läden müssen aufgeben, Krankenhäuser werden durch Zentralkliniken ersetzt, Schulen werden dicht gemacht und die Versorgung mit Apotheken, Hausärzten oder bei der Abdeckung mit öffentlichem Nahverkehr gibt es große regionale Unterschiede.»

Söder hatte die Zuständigkeit für den Bereich «Heimat» im Herbst 2013 übernommen. Die Zahlen aus dem neuen Bericht stammen zumeist aus dem Jahr 2014. Noch nicht enthalten sind also die hohen Flüchtlingszahlen der vergangenen Monate - das dürfte in den nächsten Berichten folgen.

 

dpa/MF

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