Mo., 13.04.2026 , 08:17 Uhr

Bayern: ver.di ruft am 14. April erneut zu Warnstreiks im Nahverkehr auf

Am 14. April 2026 ruft die Gewerkschaft ver.di in mehreren bayerischen Städten zu einem Warnstreik im Nahverkehr auf. Betroffen ist auch die Stadt Regensburg für die ein Notfall-Busfahrplan gilt.

Fünfte Verhandlungsrunde im Tarifstreit

In der vierten Verhandlungsrunde war ver.di nach eigenen Angaben den Arbeitgebern bereits deutlich entgegengekommen. Beim Entgelt fordert die Gewerkschaft nun eine Erhöhung um insgesamt 550 Euro in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Zusätzlich hält ver.di an der Forderung nach einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit fest. Diese sei insbesondere für die Beschäftigten im Fahrdienst wichtig, um Entlastung und Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Eine geringere Arbeitszeit diene damit auch der Sicherheit der Fahrgäste.

Als möglichen Kompromiss schlägt die Gewerkschaft eine schrittweise Reduzierung über einen Zeitraum von 48 Monaten vor. Auch bei der konkreten Höhe der Arbeitszeitverkürzung sieht ver.di noch Verhandlungsspielraum.

Arbeitgeber zeigen laut ver.di wenig Entgegenkommen

Nach Darstellung der Gewerkschaft fehlt es bislang an Bereitschaft der Arbeitgeber, sowohl bei der Arbeitszeitverkürzung als auch bei der Festschreibung einer Mindestruhezeit von elf Stunden Zugeständnisse zu machen.

Um den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde zu erhöhen, wurde deshalb der Streik am 14. April angekündigt.

Diese Städte sind betroffen

Zum Streik aufgerufen sind die Städte:

München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt.

Für die Busse in der Stadt Regensburg gibt es ein Notfallkonzept. 

Auch Aschaffenburg ist betroffen. Dort wird der Tarifvertrag jedoch überwiegend im Werkstattbereich angewendet, weshalb nach aktuellen Angaben keine größeren Auswirkungen für Fahrgäste erwartet werden.

Die S-Bahn ist nicht betroffen, da sie unter einen anderen Tarifbereich fällt.

Verständnis für Fahrgäste – Kritik an Finanzierung

ver.di betont, man habe großes Verständnis für den Frust vieler Fahrgäste und sei sich der angespannten Lage angesichts der hohen Energiepreise bewusst. Die bestehenden Probleme könnten jedoch nur politisch gelöst werden und dürften nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Nach Ansicht der Gewerkschaft dürften die Kommunen bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs nicht länger allein gelassen werden. Bund und Länder müssten dauerhaft Unterstützung leisten.

PM ver.di Bayern / TVA Onlineredaktion

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