In der vierten Verhandlungsrunde war ver.di nach eigenen Angaben den Arbeitgebern bereits deutlich entgegengekommen. Beim Entgelt fordert die Gewerkschaft nun eine Erhöhung um insgesamt 550 Euro in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten.
Zusätzlich hält ver.di an der Forderung nach einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit fest. Diese sei insbesondere für die Beschäftigten im Fahrdienst wichtig, um Entlastung und Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Eine geringere Arbeitszeit diene damit auch der Sicherheit der Fahrgäste.
Als möglichen Kompromiss schlägt die Gewerkschaft eine schrittweise Reduzierung über einen Zeitraum von 48 Monaten vor. Auch bei der konkreten Höhe der Arbeitszeitverkürzung sieht ver.di noch Verhandlungsspielraum.
Nach Darstellung der Gewerkschaft fehlt es bislang an Bereitschaft der Arbeitgeber, sowohl bei der Arbeitszeitverkürzung als auch bei der Festschreibung einer Mindestruhezeit von elf Stunden Zugeständnisse zu machen.
Um den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde zu erhöhen, wurde deshalb der Streik am 14. April angekündigt.
Zum Streik aufgerufen sind die Städte:
München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt.
Auch Aschaffenburg ist betroffen. Dort wird der Tarifvertrag jedoch überwiegend im Werkstattbereich angewendet, weshalb nach aktuellen Angaben keine größeren Auswirkungen für Fahrgäste erwartet werden.
Die S-Bahn ist nicht betroffen, da sie unter einen anderen Tarifbereich fällt.
ver.di betont, man habe großes Verständnis für den Frust vieler Fahrgäste und sei sich der angespannten Lage angesichts der hohen Energiepreise bewusst. Die bestehenden Probleme könnten jedoch nur politisch gelöst werden und dürften nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.
Nach Ansicht der Gewerkschaft dürften die Kommunen bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs nicht länger allein gelassen werden. Bund und Länder müssten dauerhaft Unterstützung leisten.
PM ver.di Bayern / TVA Onlineredaktion