Sa., 27.09.2025 , 16:39 Uhr

Bayern und Tschechien: Feuerwehren proben grenzübergreifenden Ernstfall

Ein großer Waldbrand bei Selb im Grenzgebiet zu Tschechien war das Szenario für eine groß angelegte Übung. Mehr als 400 Feuerwehrleute aus Bayern, Sachsen und Tschechien testeten dabei die Zusammenarbeit im Ernstfall. Mit Hubschraubern, Drohnen und Spezialfahrzeugen wurde der Ernstfall realitätsnah nachgestellt.

An der Übung beteiligten sich Feuerwehrleute aus drei Ländern. Zum Einsatz kamen vier Hubschrauber, Drohnen zur Lageerkundung, ein Harvester für eine Brandschneise sowie mobile Sanitätseinheiten auf E-Bikes. Ziel war es, Abläufe und Kommunikation zu verbessern und Erfahrungen für den Ernstfall zu sammeln.

Freundschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Der Kreisbrandrat von Wunsiedel, Wieland Schletz, betonte die enge und freundschaftliche Kooperation mit den tschechischen Kollegen. In den vergangenen Jahren habe es bereits zahlreiche gemeinsame Einsätze gegeben – etwa bei Wald- und Vegetationsbränden, brennenden Lastwagen auf der Autobahn oder beim Großbrand in Wunsiedel 2022, der zum Katastrophenfall wurde.

Herausforderung Sprache

Während die Ausrüstung auf Augenhöhe sei, bleibe die Sprache eine Hürde. Zwar sprächen viele tschechische Feuerwehrleute Deutsch oder Englisch, dennoch würden Dolmetscher mittlerweile regelmäßig hinzugezogen. Schletz betonte, dass Feuerwehrleute weltweit nach ähnlichen Mustern arbeiteten – vieles sei ohne Worte verständlich.

Sicht aus Tschechien

Der Sprecher der tschechischen Feuerwehr in Karlovy Vary, Patrik Zizka, lobte die gute Zusammenarbeit, sah aber auch Verbesserungsmöglichkeiten. Besonders bei der Kompatibilität der Technik, gemeinsamen Schulungen und vereinheitlichten Abläufen gebe es noch Handlungsbedarf. In Tschechien ist die Berufsfeuerwehr zentral organisiert, beschäftigt über 10.000 hauptamtliche Kräfte und wird vom Innenministerium geführt.

Lehren aus dem Großbrand in der Böhmischen Schweiz

Der verheerende Waldbrand 2022 im Nationalpark Böhmische Schweiz, der über 1.000 Hektar verwüstete und auch nach Sachsen übergriff, hatte gezeigt, wie wichtig die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist. Seitdem wurde die Kooperation auch auf politischer Ebene intensiviert.

Digitale Unterstützung für schnellere Hilfe

Eine vom bayerischen Innenministerium geförderte digitale Plattform soll Einsätze im Grenzgebiet beschleunigen. Das System liefert in Echtzeit Informationen zu Einsatzorten und berücksichtigt dabei auch unterschiedliche Schreibweisen sowie aktuelle Verkehrsstörungen. So sollen Feuerwehrleute künftig noch schneller am Einsatzort sein.

dpa

Übung auch in Ostbayern

Auch in unserer Region haben die Feuerwehren an diesem Wochenende geübt. Wir waren bei einer Übung der Feuerwehren in Falkenstein im Landkreis Cham dabei. Mehr davon sehen Sie bald bei TVA.

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