Die Telefonseelsorge in Bayern war im vergangenen Jahr stark gefragt: Über 200.000 Kontakte per Telefon, Mail oder Chat wurden gezählt. Das ergab eine Studie des Zentrums für angewandte Pastoralforschung (zap) der Ruhr-Universität Bochum, die auf der Herbsttagung der Freisinger Bischofskonferenz in München vorgestellt wurde.
Laut der Untersuchung melden sich die Menschen „meist in akuten Notlagen, bei Einsamkeit, Beziehungsfragen und in psychischen Krisen, oft auch bei Suizidgedanken“. Rund 1.100 Ehrenamtliche sind in den 17 bayerischen Telefonseelsorgestellen im Einsatz.
Diese Einrichtungen sind die ersten in Deutschland, die eine solche Wirksamkeitsstudie in Auftrag gegeben haben. „Die Ergebnisse zeigten, dass die Telefonseelsorge in Bayern auch außerhalb kirchlicher Strukturen hohe Wertschätzung erfährt“, teilte die Freisinger Bischofskonferenz mit.
Die Studie nennt auch Verbesserungspotenzial: gezieltere Werbung zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher, mehr digitale Angebote sowie Strategien für den Umgang mit Anrufern, die sich regelmäßig melden.
Die Telefonseelsorge wird in Bayern gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirche getragen.
Bei ihrer zweitägigen Tagung unter Vorsitz von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, beschlossen die Bischöfe außerdem den Haushalt 2026 des Überdiözesanen Fonds Bayern.
Geplant sind Ausgaben von rund 41 Millionen Euro, das sind 2,3 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Der Fonds finanziert sich ausschließlich aus den Beiträgen der bayerischen Diözesen, die wiederum über Kirchensteuern gespeist werden.
In der Freisinger Bischofskonferenz sind die Diözesen Bamberg, München und Freising, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg und Würzburg vertreten – sowie aus historischen Gründen auch die Diözese Speyer.
dpa / MF