Fr., 30.01.2026 , 10:45 Uhr

Bayern: Stillstand im Nahverkehr? Verdi ruft zu großem Streik auf

In Bayern werden massive Beeinträchtigungen im Nahverkehr erwartet. Grund ist ein durch die Gewerkschaft Verdi angekündigter Warnstreik im Nahverkehr.

Wer am Montag, den 2. Februar, mit Bus, Straßenbahn oder U-Bahn fahren will, muss sich auf große Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat in ganz Bayern zu einem ganztägigen Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind unter anderem München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt.

Bereits nach einer ergebnislosen ersten Verhandlungsrunde hatte Verdi mit „massiven Warnstreiks“ gedroht. Nun macht die Gewerkschaft ernst.

Regensburg: Weitgehender Entfall des Stadtbusverkehrs

Das Stadtwerk Regensburg weist in einer Mitteilung ebenfalls auf die angekündigten Warnstreiks am Montag hin:

Wegen des für Montag angekündigten Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommt es von Montag, 2. Februar, ab 03:00 Uhr bis Dienstag, 3. Februar, 03:00 Uhr zu einem kompletten Ausfall des Stadtbusverkehrs in Regensburg. Betroffen sind auch die Schulbus-, die CAMPUS- sowie die Express-Buslinien. Die Regionalbuslinien des RVV sind vom Warnstreik nicht betroffen.

das Stadtwerk.Mobilität bedauert die durch den Streik entstehenden Unannehmlichkeiten für die bis zu 90.000 Fahrgäste, die jeden Tag in den Bussen des Stadtwerks unterwegs sind. Die Fahrgäste müssen mit massiven Einschränkungen rechnen, da voraussichtlich nur ein sehr kleiner Teil der Fahrten bedient werden kann. Weitere Informationen werden auf der Homepage des RVV (www.rvv.de) veröffentlicht. Außerdem können sich die Fahrgäste jederzeit aktuell über die RVV-App zu den stattfindenden Fahrten informieren.

 

Eingeschränktes Angebot in vielen Städten

Trotz des Streiks werden vereinzelt Busse unterwegs sein – vor allem dort, wo Fahrdienste an externe Betreiber vergeben wurden. Auch einige U-Bahn-Linien könnten eingeschränkt fahren. Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind vom Streik nicht betroffen, da sie von der Deutschen Bahn betrieben werden.

In München erwartet die Verkehrsgesellschaft MVG einen stark eingeschränkten Busverkehr. Die U-Bahn bleibt aus Sicherheitsgründen zunächst außer Betrieb. Ob später einzelne Linien fahren, hängt davon ab, ob genügend Personal erscheint. Auch die Trambahnen sind betroffen.

In Nürnberg sollen die U-Bahnen komplett stehen bleiben. Geplant ist, auf Basis der Nachtlinien 14 Buslinien zu betreiben, die stündlich am Hauptbahnhof starten.

Verdi fordert deutliche Verbesserungen

Die Forderungsliste von Verdi ist umfangreich:

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Insgesamt betrifft der Tarifvertrag Nahverkehr Bayern rund 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Verkehrsunternehmen.

Arbeitgeber sehen Forderungen als unrealistisch

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Bayern wies die Verdi-Forderungen zurück: „Sie übersteigen das von jedem Unternehmen wirtschaftlich Leistbare bei weitem.“ Der Verband schlug stattdessen eine Tariferhöhung um 5 Prozent in zwei Schritten vor. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro steigen – bei einer Laufzeit bis Ende 2027.

Verdi hält Arbeitgeber für verantwortlich

Die Verdi-Branchenkoordinatorin Katharina Wagner betonte: „Wir haben im letzten Jahr deutlich gemacht, dass wir die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Beschäftigten in Bayern mit einer langfristigen Strategie verbessern und sichern wollen. Dies wäre über die Verabredung verschiedener Etappenziele möglich gewesen. Einzig zu einem Tarifabschluss, bei dem uns die Bedingungen diktiert werden, waren wir nicht bereit.“

Bereits 2023 hatte es mehrere Warnstreiks und fünf Verhandlungsrunden gebraucht, bis eine Einigung erzielt wurde. Jetzt droht der Streit erneut zu eskalieren.

dpa / MF

Warnstreik auch an der Uniklinik Regensburg

Die Warnstreiks am kommenden Montag (2. Februar) werden laut Verdi auch das Uniklinikum Regensburg betreffen. Beschäftigte des UKR werden sich laut der Gewerkschaft von 2. bis 6. Februar an den Bundesweiten Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde beteiligen. Die Notfallversorgung soll aber jederzeit gesichert sein.

MF / Pressemitteilung Verdi

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