Di., 17.10.2017 , 08:08 Uhr

Bayern: Staatsregierung will weitere Schulden abbauen und investieren

Die bayerische Staatsregierung will die zusätzlichen Steuereinnahmen für Investitionen verwenden und gleichzeitig weitere Schulden abbauen. «Wir werden ein deutliches Signal zur Schuldentilgung setzen und noch eine weitere Milliarde Euro tilgen», sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am Montag in München. Gleichzeitig seien zahlreiche Investitionen vorgesehen, «die gerade für die Infrastruktur des Landes wichtig sind.»

Der Nachtragshaushalt wird am Dienstag (9.15 Uhr) im Kabinett beraten. Teil des Pakets könnten unter anderem umfangreiche Investitionen in die Digitalisierung sein: Ende Mai hatte die Staatsregierung beschlossen, dass rund 400 Millionen Euro zusätzlich für neues Hochgeschwindigkeits-Internet überall in Bayern, für digitale Bildung, Wirtschaft und digitale Technologien in den Nachtragshaushalt eingestellt werden sollen.

Die SPD hatte am vergangenen Wochenende mehr Geld für Familien, Soziales und Verkehr gefordert. Insbesondere für den Wohnungsbau müsse jetzt mehr Geld zur Verfügung stehen. «Der Freistaat hat 2017 seine Mittel von 160 auf 87 Millionen Euro auf ein Rekordtief nahezu halbiert. Es fehlen in Bayern aber mindestens 100 000 Wohnungen», sagte der SPD-Fraktionschef im Landtag, Markus Rinderspacher.

Die Grünen wollen sich bei der Debatte über den Nachtragshaushalt vor allem für eine bessere Lehrerversorgung einsetzen, auch in den Klimaschutz soll mehr Geld gesteckt werden. «Wir wollen in Dinge investieren, die die Menschen sehen können und die sie jeden Tag auch nutzen können», sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann Ende Juli im Landtag bei der Vorstellung eines Plans für den Nachtragshaushalt.

Für das Jahr 2016 umfasste der Nachtragshaushalt eine Erhöhung der Gesamtausgaben um 9,2 Prozent auf 55,7 Milliarden Euro. Er stand ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise, unter anderem flossen die zusätzlichen Einnahmen in die Unterbringung und Versorgung der Neuankömmlinge sowie in mehr als 3700 neue Stellen an den Schulen, bei der Polizei, in Justiz und Verwaltung.

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

17.09.2026 Überraschender Abgang: Bayerns Justizminister Eisenreich geht Wechsel im bayerischen Kabinett mitten in der Legislaturperiode: Justizminister Georg Eisenreich (CSU) gibt sein Amt bereits zum 30. September vorzeitig ab. 2027 will er auch als Münchner CSU-Bezirksvorsitzender und 2028 als Landtagsabgeordneter aufhören. Das kündigte Eisenreich in einer schriftlichen persönlichen Erklärung an Parteifreunde und in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in München an. Er wolle perspektivisch 07.09.2026 Politischer Gillamoos: Reaktionen auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt 26.08.2026 Finanzminister Klingbeil: Keine Zuckersteuer auf Zero-Getränke Finanzminister Lars Klingbeil will keine Extrasteuer auf zuckerfreie Getränke erheben. «Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen», erklärte der SPD-Chef auf Instagram. Eine «Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke» ergebe keinen Sinn. Am Dienstag war ein Papier aus Klingbeils Ministerium öffentlich geworden, in dem vorgeschlagen wurde, neben Limonaden unter anderem auch Zero- und Light-Getränke, Biermischgetränke, Haferdrinks 20.08.2026 Bayern: Rund 19.800 Plätze in Asylunterkünften seit Sommer 2025 abgebaut In Bayern sind seit Sommer 2025 rund 19.800 Plätze in Asylunterkünften abgebaut oder gekündigt worden. Damit ist das für 2026 gesetzte Ziel von mindestens 20.000 Plätzen bereits im August nahezu erreicht. In den kommenden Monaten und 2027 soll der Abbau weitergehen.   Abbau in allen sieben Regierungsbezirken Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist