Mo., 17.04.2023 , 10:28 Uhr

Bayern: Söder will bayerisches AKW in Landesregie weiter betreiben

Am Samstag wurden die letzten drei Atomkraftwerke ausgeschaltet. Darunter auch eines in Bayern. Der bayerische Ministerpräsident hat am Sonntag geäußert, dass er das Betreiben von AKWs zur Landessache erklären lassen will. Diese Pläne stoßen aber auch auf Kritik.

Als letztes noch laufendes Atomkraftwerk in Bayern ist Isar 2 im Landkreis Landshut am Samstagabend vom Netz gegangen.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder möchte nach eigener Darstellung Atomkraftwerke wie den abgeschalteten Meiler Isar 2 in Landesverantwortung weiter betreiben. Vom Bund verlangt er dafür eine Änderung des Atomgesetzes.

«Bayern fordert deshalb vom Bund eine eigene Länderzuständigkeit für den Weiterbetrieb der Kernkraft. Solange die Krise (bei der Energieversorgung infolge des Ukraine-Kriegs) nicht beendet und der Übergang zu den Erneuerbaren nicht gelungen ist, müssen wir bis zum Ende des Jahrzehnts jede Form von Energie nutzen»,

sagte er der «Bild am Sonntag». Bayern sei dazu bereit.

Es kann als ausgeschlossen gelten, dass die Ampel-Koalition darauf eingeht. Denn dann wäre unter anderem die Frage der Endlagerung des in Bayern weiter produzierten Atommülls gesondert zu klären. Bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für den bisher angefallenen Atommüll steht Bayern bereits jetzt auf der Bremse, sobald es um eine Lösung auf dem Gebiet des Freistaats geht.

 

Bundesamt kritisiert Bayerns Forderung nach AKW-Hoheit für Länder

Das Bundesamt für die Sicherheit nuklearer Entsorgung (BASE) hat die bayerische Forderung kritisiert, abgeschaltete Atomkraftwerke in Landesverantwortung weiterzubetreiben.

«Die heutigen Forderungen des Bayerischen Ministerpräsidenten unterstreichen, wie wichtig es ist, dass die politische Verantwortung für die nukleare Sicherheit in Deutschland bei der Bundesregierung liegt»,

sagte Präsident Wolfram König am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

«Bundestag und alle Bundesländer einschließlich Bayern haben sich nicht nur auf den Ausstieg aus der Kernenergie verständigt, sondern auch die Endlagersuche nach wissenschaftlichen Kriterien auf den Weg gebracht.»

Der geforderte Sonderweg Bayerns widerspreche geltendem Recht und gefährde die Endlagersuche.

 

dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

10.04.2026 Heute Abend im Programm 09.04.2026 Bayern: 24-Stunden-Blitzmarathon soll Raser ausbremsen Am kommenden Mittwoch und Donnerstag sollten Autofahrer wieder besonders vorsichtig fahren: denn dann wird wieder verstärkt geblitzt. 06.04.2026 Neunburg vorm Wald: Plötzlich verschwunden – Vater sucht seinen Sohn Vater meldet Sohn als vermisst Am Ostersonntag gegen 18:45 Uhr erschien ein 52-jähriger Vater bei der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald und meldete seinen Sohn als vermisst. Zuvor hatten beide gemeinsam einen Spielplatz in der Wassergasse besucht. Nach dem Aufenthalt machten sich Vater und Sohn auf den Weg zum Auto. Dort stellte der Vater jedoch fest, dass 31.03.2026 Bayern: Höchster Stand an Arbeitslosen im März seit 2010 Im Frühling hellt sich die Lage am Arbeitsmarkt normalerweise auf. Zwar sinkt in Bayern im März die Zahl der Arbeitslosen. Ein Grund zum Aufatmen ist das jedoch nicht.