Mo., 14.05.2018 , 08:27 Uhr

Bayern: Sinkendes Interesse an Kinderunis

Die Universitäten in Bayern bieten extra Vorlesungen für Kinder an – aber das Interesse daran sinkt. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, saßen zu Beginn der sogenannten Kinderunis vor knapp 15 Jahren im Schnitt doppelt so viele Schülerinnen und Schüler im Hörsaal wie heutzutage. An der Universität Regensburg haben damals noch 600 Kinder mitgemacht, dieses Semester sind es rund 300. Auch an der Katholischen Universität in Eichstätt hat sich die Zahl der Studierenden im Kindesalter halbiert, auf mittlerweile 100. 

«Wir stellen im Vergleich zur Anfangszeit fest, dass die Kinder einen deutlich engeren Terminplan haben», sagt Constantin Schulte Strathaus von der Eichstätter Universität. Deshalb finden die Vorlesungen dort nur noch am Freitagnachmittag statt. In München ist das Angebot momentan ganz eingestellt. Der bisherige Sponsor ist abgesprungen, die künftige Finanzierung noch unklar. Auch die Universität Passau bietet keine Kinderuni an.

Die Universität Bayreuth hat einfach das Konzept umgestellt: Die Kinder dürfen nun vorab online abstimmen, was erforscht werden soll. «Seit die Kinder ihre Themen selbst auswählen dürfen, haben wir konstante Zahlen», sagt Organisatorin Ursula Küffner. Dieses Semester steht beispielsweise «3D-Druck – oder: Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt!» auf dem Lehrplan. «Große Begeisterung entsteht immer, wenn Tiere oder Experimente im Spiel sind», sagt Küffner.

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hält die Vorlesung sogar ein sprechender Roboter – natürlich mit Unterstützung einer Informatikprofessorin. An solchen Tagen drängen sich die Kinder in den Hörsaal.

An spannenden Themen mangelt es jedenfalls nicht. An der Universität Regensburg gibt es sogar eine Warteliste, weil so viele ihre Forschung Kindern erklären möchten. Bei der Vorbereitung bietet die Uni ihre Hilfe an – so ein junges Publikum ist schließlich eine Besonderheit. Die Studierenden sind gerade mal zwischen 8 und 13 Jahre alt. «Viele Referenten beziehen aber bei der Vorbreitung die besten – und strengsten – Coaches ein: die eigenen Kinder», sagt Elisabeth König von der Universität Regensburg.

Zur Kinderuni dürfen alle wissbegierigen jungen Wissenschaftler und Forscher kommen. «Übrigens nicht nur von der Stadtgesellschaft und dem Umland, sondern auch vom eigenen Haus – von den Enkeln der Hausmeister bis zu Neffen und Nichten der Professorinnen und Professoren ist alles vertreten», sagt Lena Grießhammer, Sprecherin der Universität Augsburg. Nur Eltern haben an der Kinderuni selbstverständlich Hörsaalverbot.

 

Ein Video zur Kinderuni:

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

26.07.2026 Berlin: Nach Angriff auf CSD – Wer hat diesen Mann gesehen? Nach einem Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin fahnden Polizei und Generalstaatsanwaltschaft nach einem 21-jährigen Mann. Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Hinweise und warnen davor, den Gesuchten selbst anzusprechen. 26.07.2026 Bodenwöhr: Kleidung am Ufer sorgt für Großeinsatz – Polizei bittet um Hinweise Am Samstagabend gegen 21.40 Uhr wurden die Wasserwacht Bodenwöhr, weitere Wasserwacht-Einheiten aus dem Landkreis, die Feuerwehr Bodenwöhr sowie die Polizei alarmiert. Anlass waren ein Bikinioberteil, eine Regenjacke, eine kurze Hose, ein Handtuch und Schuhe, die an der Liegewiese des Badeplatzes gefunden worden waren. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich eine Person in einer hilflosen 26.07.2026 Bayern: Kostenlose Bahnfahrt für Einserschüler am 3. August Zum Start der Sommerferien dürfen sich Einserschülerinnen und Einserschüler in Bayern wieder über eine besondere Belohnung freuen. Wer im Jahreszeugnis mindestens eine „Eins“, ein „Sehr gut“, die entsprechende Punktzahl oder ein sehr gutes Verbalgutachten vorweisen kann, fährt am 3. August 2026 einen Tag lang kostenlos mit den Nahverkehrszügen durch Bayern. Kostenlos mit dem Zug durch 24.07.2026 Heute Abend im Programm