Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sorgt sich angesichts der jüngsten Pisa-Ergebnisse um die langfristige Innovationsfähigkeit des Freistaats. Bei einer CSU-Fraktionsklausur in Kloster Banz bei Bad Staffelstein sprach Söder von einem «Pisa-Schock». Die Ergebnisse werfen für ihn die Frage auf, ob Bayern auch in einigen Jahren noch genügend qualifizierte Köpfe haben wird, um seine Innovationskraft zu erhalten.
Das jüngste Bildungsmonitoring hatte erhebliche Defizite bei Schülerinnen und Schülern in Bayern gezeigt. Große Teile der etwa 15-Jährigen erreichten demnach die Mindeststandards in Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften nicht.
Auch Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) bezeichnete die Pisa-Ergebnisse als inakzeptabel.
«Kinder brauchen vor allem Zeit. Und Schule braucht Zeit», sagte Stolz. «Mehr Unterricht bedeutet dabei zweierlei: Die Kinder bekommen mehr Raum, um sicher lesen, schreiben und rechnen zu lernen und können sich durch mehr Sport und Musik zu starken Persönlichkeiten entwickeln.»
Als Reaktion sollen die Grundschulen in Bayern gestärkt werden. Söder kündigte mehr Unterricht in den Kernfächern Deutsch und Mathematik sowie eine dritte Sportstunde und mehr Musikunterricht an.
Mehr Unterricht soll nach den Plänen nicht nur die grundlegenden Fähigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen stärken. Stolz sieht darin auch einen Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit.
Die Stärkung von Deutsch und Mathematik ist bereits ein zentraler Bestandteil der bayerischen Pisa-Offensive. Das Kultusministerium sieht dafür zusätzliche Unterrichtszeit in beiden Fächern vor.
dpa / MF