Fr., 29.05.2026 , 11:29 Uhr

Bayern: Polizei auf Patrouille für Wolf, Luchs und Greifvögel

Ausgelegte Giftköder, tote Greifvögel auf der Wiese: Die Polizei in Niederbayern kämpft gegen Wildtierkriminalität. Wie die Beamten vorgehen und warum sie das Gespräch zu Spaziergängern suchen.

Mit Diensthunden und wachem Blick für vergiftete Köder: Die Polizei in Niederbayern geht in diesem Jahr verstärkt auf Streife – für den Schutz bedrohter Wildtiere. In den Schwerpunktmonaten Juni und Oktober sind Beamtinnen und Beamte unterwegs, um illegale Fallen, Giftköder und verletzte und getötete Tiere zu finden, wie das Polizeipräsidium in Straubing mitteilte.

Hintergrund ist das EU-Projekt «wildLIFEcrime» zur Bekämpfung von Naturschutzkriminalität in Deutschland und Österreich, an dem sich neben dem niederbayerischen Präsidium auch die Polizei in der Oberpfalz sowie Naturschutzorganisationen wie der World Wide Fund For Nature (WWF) beteiligen.

Denn trotz strenger Verbote registrieren Behörden immer wieder Straftaten gegen besonders geschützte Tiere wie Wölfe, Luchse, Biber und Greifvögel.

«Wildtierkriminalität bedroht nicht nur die Existenz einzelner Arten, sondern gefährdet das Gleichgewicht ganzer Ökosysteme», erklärte Melina Sowah, die beim WWF Deutschland für Wildtierkriminalität zuständig ist.

Es sei wichtig, konsequent gegen solche Straftaten vorzugehen, um die biologische Vielfalt und die langfristige Gesundheit der Natur zu sichern.

 

Gespräche mit Passanten und Hundehaltern

Dass solche Fälle keine Seltenheit sind, zeigt ein Beispiel aus dem Landkreis Dingolfing-Landau: Im Juli 2025 wurden nahe Simbach bei Landau 17 tote Vögel entdeckt, darunter streng geschützte Greifvögel – etwa Rotmilane, Schwarzmilane und Mäusebussarde. Laut Polizei bestand der Verdacht, dass die Tiere mit dem Gift Carbofuran versetzte Köder gefressen hatten und daran starben.

Neben den Kontrollen an Wäldern, Wiesen und Wanderwegen setzen die sogenannten Artenschutzstreifen auch auf das Gespräch mit Spaziergängerinnen und -gängern sowie Menschen mit Hunden. Wer draußen etwas Verdächtiges entdeckt – ein totes Tier, einen Köder oder eine versteckte Falle –, solle dies der Polizei melden.

 

dpa

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