Mi., 12.11.2025 , 11:07 Uhr

Bayern: Polarlichter überraschen Frühaufsteher

Ein kräftiger Sonnensturm hat in der Nacht auf Mittwoch für ein außergewöhnliches Himmelsspektakel gesorgt.

Selbst in Bayern waren in den frühen Morgenstunden Polarlichter sichtbar. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in München hielten Webcams in den Alpen das Farbenspiel zwischen 4.00 und 5.00 Uhr fest. Auch in Baden-Württemberg wurden rötliche, pinke und grüne Lichter beobachtet, erklärte Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg.

Polarlichter bis weit in den Süden

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA wurde das seltene Naturphänomen gemeldet – sogar in Florida, Texas, Arizona und Alabama, berichtete die Astronomie-Plattform Spaceweather. Über mögliche Auswirkungen des Sonnensturms auf Satelliten oder GPS-Systeme war zunächst nichts bekannt.

„Einige der energiereichen Protonen von der Sonne waren so stark, dass sie die Atmosphäre durchdrangen und den Boden erreichten“, hieß es bei Spaceweather. Solche Ereignisse werden als Ground Level Event (GLE) bezeichnet. Laut Clive Dyer vom Surrey Space Centre sind GLEs dieser Stärke sehr selten – sie treten nur ein- bis zweimal pro Sonnenzyklus auf, der rund elf Jahre dauert.

Wie Polarlichter entstehen

Wenn die Sonne geladene Teilchen in Richtung Erde schleudert, werden diese vom Magnetfeld des Planeten zu den Polen gelenkt. Dort treffen sie in der oberen Atmosphäre auf Moleküle und regen sie an, Licht auszusenden. So entstehen die typischen bunten Lichtschleier, die sich am Himmel bewegen.

Die Farben hängen vom jeweiligen Gas und der Höhe ab: Sauerstoff sorgt für grüne oder rote Töne, Stickstoff für violette oder blaue. Bei besonders starken Sonnenstürmen können Polarlichter auch weit südlich der Polarregionen sichtbar werden – so wie diesmal über Bayern.

Weitere Chancen auf das Himmelsphänomen

Wer das Naturschauspiel in der Nacht verpasst hat, hat laut Carolin Liefke noch Hoffnung: „Die nächsten zwei Nächte kann man durchaus noch mal auf Alarmstellung bleiben.“ Ein weiterer Sonnensturm könnte erneut Polarlichter bringen – eine Garantie gibt es jedoch nicht, und auch die genaue Uhrzeit lässt sich schwer vorhersagen.

Tipp für Beobachter: Am besten nach Norden blicken und die Kamera bereithalten. Auch wenn das Polarlicht mit bloßem Auge oft nur schwach erscheint, zeigen Smartphone-Fotos dank Nachtmodus und langer Belichtungszeit meist beeindruckend farbige Aufnahmen.

dpa

Foto: Symbolbild

Das könnte Dich auch interessieren

29.04.2026 Regensburg: Universität tritt europäischem Netzwerk für nachhaltige Entwicklung bei Die Universität Regensburg (UR) ist seit dem Frühjahr 2026 Mitglied der COPERNICUS Alliance, einem europäischen Hochschulnetzwerk für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit dem Beitritt will die UR ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter stärken, sichtbarer machen und gezielt ausbauen. Internationale Hochschulnetzwerke gelten dabei als Orte des gegenseitigen Lernens und der gemeinsamen Weiterentwicklung. Strategisches Signal für Nachhaltigkeit in Regensburg 29.04.2026 Schorndorf: Vertragsunterzeichnung für neue Johanniter-Kindertagesstätte Die Johanniter bauen ihr Engagement in der Kinderbetreuung in der Gemeinde Schorndorf weiter aus: Mit der feierlichen Unterzeichnung des Trägervertrags übernehmen sie künftig die Betriebsträgerschaft für die geplante neue Kinderkrippe. Für die Johanniter nahmen Martin Steinkirchner, Regionalvorstand Ostbayern der Johanniter in Regensburg, sowie Sylvia Meyer, Sachgebietsleitung für Kindereinrichtungen, an der Vertragsunterzeichnung teil. Gemeinsam mit Bürgermeister 29.04.2026 Oberpfalz: Polizeipräsidium warnt vor neuer Betrugsmasche „Russische Callcenter“ Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer neuen Variante des Callcenter-Betrugs. Bei der Masche „Russische Callcenter“ sprechen die Täter gezielt russischsprachige Bürger auf Russisch an. Mit der vertrauten Sprache erschleichen sie sich Vertrauen und drängen ihre Opfer zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen. Unter Vortäuschen der klassischen „Unfalllegende“ treten die Täter laut Polizei überwiegend als falsche 29.04.2026 Bahn: Sanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg im Zeitplan Zur Halbzeit der Bauarbeiten an der Bahnstrecke Nürnberg-Regensburg zeigt sich das Unternehmen zufrieden. Ziel bleibt, dass ab 10. Juli wieder Züge zwischen den beiden Großstädten fahren. Bei einem Pressetermin in Laaber (Landkreis Regensburg) sagte Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange (CSU): „Drücken wir gemeinsam die Daumen“. Fünf Monate Vollsperrung für mehr Zuverlässigkeit Seit Februar läuft auf der vielbefahrenen