So., 28.09.2025 , 15:04 Uhr

Bayern: Organspenden stagnieren - Mehr Transplantationen als Spenden

Trotz eines kurzzeitigen Anstiegs im Jahr 2024 ist die Zahl der Organspenden in Bayern wieder leicht rückläufig. Während der Bedarf an Spenderorganen weiterhin hoch ist, bleibt die Organspendebereitschaft im Freistaat auf einem zu niedrigen Niveau.

Leichter Rückgang nach Anstieg im Vorjahr

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden von Januar bis August 2025 in Bayern 306 Organe gespendet. Im gleichen Zeitraum 2024 waren es noch 320, im Jahr 2023 254. Die Statistik berücksichtigt ausschließlich postmortale Spenden, Lebendspenden sind nicht enthalten.

Mehr Transplantationen als Spenden

Auffällig ist, dass in Bayern mehr Organe transplantiert wurden, als tatsächlich im Bundesland gespendet wurden. In den ersten acht Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Übertragungen auf 365, im Vergleich zu 345 im Vorjahr und 320 im Jahr 2023.

Mehr als tausend Patienten auf der Warteliste

Trotz dieser Zahlen ist der Bedarf an Spenderorganen deutlich höher. Laut Eurotransplant standen Ende August 1.047 Patientinnen und Patienten in Bayern auf einer Warteliste für ein Organ. 797 von ihnen warten auf eine Niere, 101 auf eine Leber, weitere 101 auf ein Herz und 52 auf eine Lunge. Auch für 29 Patienten mit dem Bedarf an einer Bauchspeicheldrüse fehlt derzeit ein Spenderorgan.

Politik diskutiert neue gesetzliche Regelung

Angesichts des anhaltenden Organmangels wird politisch erneut über gesetzliche Änderungen diskutiert. Nordrhein-Westfalen und sieben weitere Bundesländer haben einen Gesetzentwurf in den Bundesrat eingebracht, wonach künftig alle volljährigen Personen automatisch als Organspender gelten, wenn sie dem nicht aktiv widersprechen.

Diese sogenannte Widerspruchslösung soll die Organspendebereitschaft in Deutschland erhöhen und damit die langen Wartelisten verkürzen. Bislang ist die Entscheidung zur Organspende freiwillig und kann über einen Organspendeausweis oder das Organspenderegister dokumentiert werden.

dpa / MF

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