Mo., 04.08.2025 , 16:53 Uhr

Bayern: Noch 35.000 offene Ausbildungsplätze

Knapp einen Monat vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es noch viel Auswahl. Dabei gibt es mehr Bewerber und weniger Stellen.

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es in Bayern noch über 35.000 freie Ausbildungsplätze. Trotz rückläufiger Zahlen bei den angebotenen Stellen stehen die Chancen für junge Menschen ohne Vertrag gut, doch noch eine Ausbildung zu beginnen. Rechnerisch kommen auf 100 Ausbildungsplätze 67 Bewerberinnen und Bewerber, so die Arbeitsagenturen.

Mehr Bewerber, weniger Ausbildungsstellen

Die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.000 auf 59.820 gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze von 95.741 auf 90.318 gesunken. Dennoch sprechen die Arbeitsagenturen weiterhin von einem Bewerbermarkt, also einer Situation, in der Unternehmen mehr Ausbildungsplätze anbieten, als es Interessenten gibt.

Beliebte Berufe bei Jugendlichen

Bei jungen Frauen zählen weiterhin medizinische Fachangestellte und Kauffrauen für Büromanagement zu den gefragtesten Ausbildungsberufen. Junge Männer interessieren sich besonders für Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker, Fachinformatiker oder Elektroniker.

Handwerk legt zu – IHK verliert

Im Handwerk wurden bis Ende Juli rund 16.600 neue Lehrverträge abgeschlossen – ein Anstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so der Bayerische Handwerkstag.

In den Bereichen der Industrie- und Handelskammern (IHKs), die rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze in Bayern abdecken, wurden dagegen nur 34.921 neue Verträge registriert – das sind etwa 2.000 weniger als im Vorjahr. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) nennt als Gründe unter anderem zurückhaltende Investitionen aufgrund des geringen Wirtschaftswachstums. Gleichzeitig gebe es aber viele Betriebe, die händeringend Azubis suchen, aber keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber finden.

Praktika als Chance nutzen

Der BIHK-Präsident Klaus Josef Lutz rät Jugendlichen, sich jetzt noch zu bewerben oder ein Praktikum zu absolvieren. Auch der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur, Markus Schmitz, empfiehlt, die Sommerferien sinnvoll zu nutzen, um Erfahrungen im Wunschberuf zu sammeln. Ein gelungenes Praktikum könne in manchen Fällen auch schwächere Schulnoten ausgleichen.

Wie dynamisch die Situation bis zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. September ist, zeigt ein Blick auf das Vorjahr: Damals wurden bis Ende Juli 48.421 neue Ausbildungsverträge registriert – 11.500 mehr als zu diesem Zeitpunkt.

Kritik vom DGB Bayern: Ausbildungsqualität verbessern

Die Gewerkschaft DGB Bayern sieht vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht. Laut Bezirksjugendsekretärin Anna Gmeiner seien nicht nur die Anzahl der Ausbildungsstellen entscheidend, sondern auch die Rahmenbedingungen. Schlechte Bezahlung, fehlende Tarifverträge und schwierige Erreichbarkeit im ländlichen Raum schreckten viele Jugendliche ab. Wer Auszubildende gewinnen wolle, müsse in Qualität investieren und Ausbildung als echtes Zukunftsversprechen verstehen.

dpa / MF

Das könnte Dich auch interessieren

27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote. Im Februar 2025 23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 06.02.2026 Bayern: Mehr Baugenehmigungen – doch die Entspannung bleibt aus Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Freistaat im Jahr 2025 insgesamt 54.149 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vom früheren Niveau ist der Wohnungsbau jedoch weiterhin weit entfernt: 2021 lag die Zahl noch bei 80.344 genehmigten Wohnungen. Eine spürbare Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist damit weiterhin nicht 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage