Di., 01.02.2022 , 16:49 Uhr

Bayern: Mehr Wohnungsbau durch Anreize für Grundstücksverkäufer

Mit der Forderung nach Steuererleichterungen für Grundstücksverkäufe will die bayerische Staatsregierung den Wohnungsbau ankurbeln.

Das Kabinett beschloss am Dienstag eine Bundesratsinitiative, die die Verkaufsbereitschaft von Grundstückseigentümern verbessern soll. «Wir müssen Anreize schaffen für den Verkauf von Flächen», sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) nach der Sitzung in München. Viele Besitzer von Grund und Boden würden einen Verkauf – etwa an Kommunen – scheuen, weil sie dann hohe Steuern zahlen müssten.

Gefordert wird unter anderem die Möglichkeit, Kleinflächen steuerfrei an die öffentliche Hand verkaufen zu können. Zudem sollen die aktuell bestehenden Möglichkeiten für eine steuerbegünstigte Investition des Verkaufserlöses (Reinvestition) bei Betrieben erweitert werden. Weiterhin steuerpflichtige Gewinne aus Grundstücksverkäufen sollen nur noch pauschal mit 25 Prozent besteuert werden.

Für die Land- und Forstwirtschaft verlangt Bayern gesonderte Steuerfreibeträge zur Tilgung von betrieblichen Altschulden und die Abfindung von Miterben, die nicht Hoferbe werden.

Um zielgerichtet auf das ausgeprägte regionale Preisgefälle am Grundstücksmarkt reagieren zu können, sollten die Länder – so der Antrag weiter – wesentliche Aspekte der Erbschaft- und Schenkungsteuer selbst regeln dürfen. Dies sei bisher nicht möglich, weil es die Union in ihrer Regierungszeit nicht gegen die SPD habe durchsetzen können. Außerdem sollten die Länder die Höhe des im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehenen Grunderwerbsteuer-Freibetrags für den Ersterwerb selbst genutzten Wohneigentums eigenständig regeln können.

Von den Änderungen könnte nicht nur der Wohnungsbau profitieren, auch andere Projekte wie der Bau von Radwegen oder auch der Bau von Stromtrassen könnten so vorangetrieben werden, sagte Füracker.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

24.10.2025 Steuerschätzung: Bayern darf auf höhere Einnahmen hoffen Die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen. Schon lange sprudeln auch in Bayern die Steuern nicht mehr so gut. Die neuste Schätzung bietet Anlass zur Hoffnung. 08.08.2025 Bayern: Mehr neue Wohnungen genehmigt – Deutlicher Zuwachs in ländlichen Regionen Im ersten Halbjahr 2025 sind in Bayern wieder mehr Baugenehmigungen für neue Wohnungen erteilt worden. Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wurden 25.959 Wohnungen genehmigt – ein Anstieg um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor allem die ländlichen Regionen treiben diesen Aufwärtstrend, während die Großstädte weiterhin rückläufige Zahlen verzeichnen. Trotz der positiven Entwicklung bleibt 03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote. Im Februar 2025