Di., 29.04.2025 , 15:25 Uhr

Bayern: Mehr Senioren in schwere Autounfälle verwickelt

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat dazu eine Auswertung veröffentlicht. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist die Zahl der schweren Unfälle um 15 Prozent gestiegen.

Mehr Unfälle mit Senioren auf Bayerns Straßen

Laut einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die in Berlin veröffentlicht wurde, waren im Jahr 2023 rund 3.400 Autofahrerinnen und Autofahrer ab 75 Jahren in Bayern in Unfälle mit Verletzten oder Getöteten verwickelt. Das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2013. Im Gegensatz dazu ging die Zahl solcher Unfälle bei allen Altersgruppen zusammen im gleichen Zeitraum um 20 Prozent auf etwa 49.000 zurück.

Senioren oft Hauptverursacher von Unfällen

Besorgniserregend ist der hohe Anteil an Unfällen, die von älteren Menschen selbst verursacht wurden. 75 Prozent der Unfallbeteiligten ab 75 Jahren waren laut GDV im Jahr 2023 Hauptverursacher. Das entspricht 2.553 Fällen – ein Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zu 2013.

Immer mehr ältere Menschen fahren Auto

Die steigende Zahl der Unfälle erklärt sich auch durch die zunehmende Mobilität der älteren Bevölkerung. Laut GDV ist die von der Generation 75plus mit dem Auto zurückgelegte Strecke zwischen 2008 und 2017 um 112 Prozent gestiegen. Neuere Zahlen liegen nicht vor, aber die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer, Kirstin Zeidler, geht davon aus, dass sich der Trend fortsetzt.

Bundesweiter Anstieg bei Führerscheinbesitz ab 75

Auch bundesweit zeigt sich dieser Trend: 2023 waren rund 21.500 über 75-Jährige in Unfälle mit Verletzten oder Toten verwickelt – 26 Prozent mehr als 2013. In etwa 16.500 Fällen waren sie Hauptverursacher. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen über 75 mit Führerschein deutlich: von knapp 2,5 Millionen im Jahr 2015 auf fast 5,9 Millionen im Jahr 2024. Besonders bei älteren Frauen wurde ein starker Zuwachs festgestellt.

Rückmeldungen statt Fahrverbote

Mit zunehmendem Alter nehmen Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit oft ab. Besonders komplexe Verkehrssituationen, wie Kreuzungen oder unbekannte Strecken, stellen für Ältere ein Risiko dar. Die Unfallforschung setzt daher auf sogenannte Rückmeldefahrten: Dabei erhalten Seniorinnen und Senioren vertrauliches Feedback von Experten nach einer Fahrt – ohne Auswirkungen auf den Führerschein.

dpa / TK

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