Fr., 05.05.2023 , 12:36 Uhr

Bayern: Mehr Gewalt gegen Polizisten - fast 3.000 verletzte Beamte 2022

Polizistinnen und Polizisten sollen mit ihrer Arbeit für Schutz sorgen – und werden dabei regelmäßig zur Zielscheibe von Gewalt. Die Zahl der verletzten Beamten in Bayern hat laut Innenministerium 2022 einen neuen Höchstwert erreicht.

2022 sind 2.967 Polizistinnen und Polizisten in Bayern bei ihrer Arbeit verletzt worden – 22 von ihnen schwer. Das sei ein neuer Höchstwert seit Erstellung der Lagebilder zur Gewalt gegen die Polizei im Jahr 2010, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in Nürnberg mit. 2021 waren 2.629 Beamte verletzt worden, darunter 19 Schwerverletzte.

 

«Offenbar sinkt die Hemmschwelle immer mehr, unsere Einsatzkräfte bewusst zu verletzen oder deren Verletzung zumindest in Kauf zu nehmen.» – Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister

 

Das Innenministerium verzeichnete im vergangenen Jahr rund 7.900 Fälle von Gewalt gegen die Polizei, darunter rund 4.600 Fälle körperlicher Gewalt. Dazu zählten etwa Raub, Körperverletzung und Widerstand. Acht Fälle stuften die Behörden als versuchte Tötungsdelikte ein. In zwei Fällen griffen Menschen die Polizei mit einer Schusswaffe an.

Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sagte, Polizeibeamte, Rettungskräfte und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst seien in den vergangenen Jahren immer häufiger Ziel von tätlichen Angriffen geworden. Auch die Intensität dieser Angriffe nehme zu.

 

«Wer Einsatzkräfte angreift, greift zugleich den Rechtsstaat an.» – Georg Eisenreich, Bayerischer Justizminister

 

Täterinnen und Täter müssen bei tätlichen Angriffen auf Einsatzkräfte mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren rechnen.

Polizisten sehen sich den Angaben zufolge auch zahlreichen Beleidigungen ausgesetzt. Hier ging die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr auf rund 2.800 leicht zurück (2021: 3.080).

Um die Polizistinnen und Polizisten gegen Angriffe zu schützen, setzt der Freistaat laut Minister Herrmann auf eine intensive Aus- und Fortbildung und investiert in Schutzausrüstung. Dazu gehörten etwa Schutzwesten, Einsatzstöcke und neue Dienstwaffen.

Zudem seien bei der bayerischen Polizei mehr als 1.800 sogenannte Bodycams im Einsatz. Mit den Kameras am Körper der Beamten können Einsätze aufgezeichnet werden. Auch setzten die geschlossenen Einheiten der Landespolizei und die Unterstützungskommandos auf Elektroschockpistolen.

 

dpa / MB

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