Fr., 06.02.2026 , 15:49 Uhr

Bayern: Mehr Baugenehmigungen – doch die Entspannung bleibt aus

Nach drei teils deutlichen Rückgängen steigt die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Bayern erstmals wieder.

Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Freistaat im Jahr 2025 insgesamt 54.149 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vom früheren Niveau ist der Wohnungsbau jedoch weiterhin weit entfernt: 2021 lag die Zahl noch bei 80.344 genehmigten Wohnungen. Eine spürbare Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist damit weiterhin nicht in Sicht.

Einfamilienhäuser treiben die Entwicklung

Den stärksten Zuwachs verzeichnen Einfamilienhäuser. Hier wurden 11.665 Wohnungen genehmigt – 1.880 mehr als 2024. Auch der Bau von Mehrfamilienhäusern legt zu: Mit 26.824 genehmigten Wohnungen ergibt sich ein Anstieg um 835.

Ebenfalls im Plus liegen Wohnheime, deren Zahl um 568 auf 2.756 Wohnungen steigt. Zweifamilienhäuser verlieren dagegen weiter an Bedeutung. Ihre Zahl sinkt um 288 auf 3.052 genehmigte Wohnungen.

Umbauten und Nichtwohngebäude rückläufig

Zusätzlich entstanden 8.637 Wohnungen durch Baumaßnahmen an bestehenden Wohngebäuden. Das sind 91 weniger als im Vorjahr. Auch der Umbau von Nichtwohngebäuden trägt weniger bei: Hier wurden 1.215 neue Wohnungen genehmigt, 328 weniger als 2024.

Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt angespannt

Trotz steigender Zahlen bleibt die Situation schwierig. Der Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsbauunternehmen spricht von einem vorsichtigen Signal: „Die steigenden Genehmigungszahlen sind ein erstes Lebenszeichen des Wohnungsbaus, mehr noch nicht“.

Von einer Entspannung sei man weiterhin weit entfernt. Entscheidend sei zudem, dass genehmigte Projekte auch tatsächlich umgesetzt würden – insbesondere bezahlbarer Wohnraum in den Städten. Dafür müsse es einen konsequenten Abbau von Kostentreibern im Bau geben.

Großstädte verlieren, Landkreise legen zu

Auffällig ist die Entwicklung zwischen Stadt und Land. In den fünf bayerischen Großstädten sinkt die Zahl der Genehmigungen um 5,3 Prozent auf 13.582 Wohnungen. In den Landkreisen steigt sie dagegen deutlich um 7,7 Prozent auf 36.713.

Süd-Nord-Gefälle in den Regierungsbezirken

Auch regional zeigt sich ein klares Gefälle. Im Süden Bayerns gehen die Genehmigungen zurück: In Oberbayern um 9,4 Prozent auf 20.462 Wohnungen, in Schwaben sogar um 9,9 Prozent auf 7.940.

Deutlich besser entwickelt sich der Norden und Osten des Freistaats. Mittelfranken verzeichnet ein Plus von 42 Prozent auf 8.045 Wohnungen, Niederbayern ein Plus von 26,8 Prozent auf 6.319, Unterfranken ein Plus von 23,8 Prozent auf 3.791 und die Oberpfalz ein Plus von 23,4 Prozent auf 4.954 Wohnungen. Oberfranken legt ebenfalls zu, wenn auch moderater, mit 19,1 Prozent auf 2.638 genehmigte Wohnungen.

dpa / MF

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