Mi., 20.09.2017 , 14:46 Uhr

Bayern liefert erste Analyse zu Sexualdelikten nach

Eine gute Woche nach der Vorlage gestiegener Zahlen zu Sexualdelikten in Bayern hat die Staatsregierung eine erste Analyse nachgeliefert. Landesinnenminister Joachim Herrmann rückte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesjustizminister Winfried Bausback (beide CSU) in München eine zentrale Zahl in der Statistik zurecht. Er betonte nun, die Zahl der Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen sei im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 685 Fälle gestiegen.

Vergangene Woche hatte er verkürzt nur von Vergewaltigungen gesprochen. Zudem wies er nun ausdrücklich darauf hin, dass ein Teil des Anstiegs mit einer Verschärfung des Sexualstrafrechts erklärbar sei. Daraus ergäben sich «zwangsläufig» Steigerungen bei den erfassten Delikten. Aber auch andere Faktoren hätten einen Einfluss, etwa eine gestiegene Sensibilität in der Öffentlichkeit, die eine erhöhte Anzeigebereitschaft mit sich bringe.

Zur Bekämpfung von Sexualstraftaten stellte Herrmann zusammen mit Bausback unter anderem mehr Polizeipräsenz an Brennpunkten, konsequente Kontrollen im Umfeld von Asylbewerberunterkünften, einen Ausbau der Videoüberwachung, mehr Prävention und schnellere Abschiebungen ausländischer Täter in Aussicht. Zugleich erneuerten sie die bekannte CSU-Forderung, bei der erkennungsdienstlichen Behandlung von Straftätern in Zukunft nicht mehr nur Fingerabdrücke zu nehmen, sondern auch DNA-Proben.

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

15.04.2026 Oberpfalz: Polizei setzt GPS-Köderfahrräder gegen Fahrraddiebe ein Das Polizeipräsidium Oberpfalz geht bei Fahrraddiebstählen neue Wege und setzt künftig auf Köderfahrräder mit GPS-Sendern. Damit sollen vor allem organisierte Diebesbanden schneller erkannt und überführt werden. 15.04.2026 Tragischer Unfall: 21-Jähriger aus Landkreis Cham auf Autobahn überfahren Ein junger Mann kommt auf der Autobahn mit seinem Wagen ins Schleudern und quer zur Fahrbahn zum Stehen. Er verlässt sein Auto. Das endet für ihn tödlich. 13.04.2026 Oberpfalz: Senior attackiert – „Autobahngold“-Masche wird immer dreister In der Oberpfalz häufen sich aktuell Fälle der sogenannten „Autobahngold“-Masche. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor der Betrugsform und gibt konkrete Tipps, wie sich Autofahrer schützen können. Die Täter sprechen ihre Opfer meist auf Parkplätzen, an Raststätten oder am Straßenrand an. Sie geben vor, dringend Geld für Benzin oder die Weiterreise zu benötigen. Als angebliche Sicherheit 06.04.2026 Neunburg vorm Wald: Plötzlich verschwunden – Vater sucht seinen Sohn Vater meldet Sohn als vermisst Am Ostersonntag gegen 18:45 Uhr erschien ein 52-jähriger Vater bei der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald und meldete seinen Sohn als vermisst. Zuvor hatten beide gemeinsam einen Spielplatz in der Wassergasse besucht. Nach dem Aufenthalt machten sich Vater und Sohn auf den Weg zum Auto. Dort stellte der Vater jedoch fest, dass