Do., 22.02.2018 , 08:06 Uhr

Bayerns Kommunen bekommen neues Wahlrecht

Nur fünf Jahre nach der letzten Novelle bekommt Bayern schon wieder ein neues Kommunalwahlrecht. Der Landtag stimmte am Donnerstag für die Anwendung des Berechnungsverfahrens Sainte-Laguë/Schepers. Damit wird bei den im Herbst anstehenden Kommunalwahlen im Freistaat bereits die gleiche Auszählmethode für die Sitzverteilung verwendet wie seit 2008 bei den Bundestagswahlen. Seit 2013 wurde in Bayern mit dem Hare-Niemeyer-Verfahren die kommunale Sitzverteilung berechnet. Ziel der Neuerung ist es, bei Wahlen die Stimmergebnisse genauer in Mandate umrechnen zu können. 

Da sich Wahlergebnisse nie exakt in Mandate umrechnen lassen, kann immer nur mittels komplizierter mathematischer Verfahren eine möglichst genaue Annäherung erreicht werden. Ursprünglich hatte die CSU-Fraktion dazu das sogenannte d’Hondt-Verfahren durchsetzen wollen, dies hatten aber sowohl Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) als auch Experten bei einer Anhörung massiv kritisiert, weil dadurch größere Parteien wie die CSU bevorzugt werden. Das d’Hondt-Verfahren gilt als überholt und wird fast nirgendwo in Deutschland mehr angewandt.

Der an diesem Donnerstag erneut im Landtag nicht anwesende Seehofer hatte seiner Fraktion im März 2017 Arroganz der Macht vorgeworfen und das Projekt gestoppt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete die Gesetzesreform als Konsequenz aus den Erfahrungen bei den jüngsten Wahlen. Mit der Novelle könne nicht nur der Wille der Wähler bestmöglich berücksichtigt werden, auch würden durch die Gesetzesreform arbeitsaufwendige Wahlwiederholungen reduziert und Verfahren entbürokratisiert.

Obwohl die Opposition den Wechsel zum Verfahren Sainte-Laguë/Schepers generell lobte, verweigerte sie dem Gesetz die Zustimmung. SPD, Grüne und Freie Wähler rechtfertigten dies mit Mängeln im Gesetz, etwa mit der von der CSU abgelehnten Senkung des Wahlalters, und damit, dass die CSU alle Änderungswünsche der Opposition mit ihrer Mehrheit aus «parteipolitischer Sturheit» verhindert habe.

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben