Der fraktionsübergreifende Antrag wurde von CSU, Freien Wählern, Grünen und SPD gemeinsam eingebracht – ohne Beteiligung der AfD.
In dem Antrag heißt es, man unterstütze „vollumfänglich die Bemühungen der Staatsregierung, für Bayern als Standort des künftigen Yad Vashem Education Center zu werben“. Der Bildungsausschuss des Landtags soll sich im Laufe des Tages mit dem Thema befassen.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte nach der Kabinettssitzung am Dienstag: „Wir haben uns jetzt heute offiziell auf den Weg gemacht, uns zu bewerben, dass dies in München stattfinden soll.“ Damit setzt sich die Staatsregierung aktiv dafür ein, dass München Sitz des geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrums wird.
Im Antrag der Fraktionen wird betont, ein solches Zentrum könne „die Holocaust-Education in Deutschland und Europa durch bedeutsame Facetten – insbesondere die Perspektive der Opfer – bereichern und so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit leisten“.
Bayern habe durch seine jahrhundertealte jüdische Tradition und seine lebendigen Gemeinden besonders gute Voraussetzungen. In Städten wie München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Fürth und Regensburg sei jüdisches Leben seit Jahrhunderten verwurzelt.
„Diese Geschichte ist Verpflichtung: Gerade in Bayern, wo der Nationalsozialismus seinen Anfang nahm und wo sich die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg befanden, ist Erinnerungsarbeit von besonderer Bedeutung.“
Die Pläne für ein Yad-Vashem-Bildungszentrum in Deutschland stehen bereits fest. Der Standort soll entweder in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen entstehen.
Laut dem Leiter der Gedenkstätte, Dani Dayan, und Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) wird die Entscheidung im ersten Halbjahr 2026 fallen. Das Zentrum könnte zwei bis drei Jahre später seine Arbeit aufnehmen.
Die Bildungsstätte soll für alle Interessierten offen sein – mit einem besonderen Fokus auf Lehrkräfte.
dpa / MF