Do., 02.02.2017 , 08:25 Uhr

Bayern: Landtag berät über "Mein Kampf" im Unterricht

Sollen bayerische Schüler Adolf Hitlers Propagandaschrift «Mein Kampf» im Unterricht lesen? Mit dieser Frage wird sich am Donnerstag (9.15 Uhr) der Bildungsausschuss des bayerischen Landtags beschäftigen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wird einen Bericht über den geplanten Umgang mit der vor einem Jahr erschienenen kommentierten «Mein Kampf»-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in der Bildungsarbeit geben.

Im Zentrum steht dabei ein Themenheft, das die Landeszentrale für politische Bildung in der Reihe «Einsichten und Perspektiven» herausgegeben hat. Der Titel: «Mein Kampf in der historisch-politischen Bildung». Der Landtag hatte bereits im vergangenen Jahr entschieden, dass die kritische Ausgabe des IfZ künftig an bayerischen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt werden soll.

Dennoch ist der Einsatz von «Mein Kampf» als Quelle im Geschichtsunterricht ein heiß diskutiertes Thema. Bereits im vergangenen Jahr gab es ein Rundschreiben des bayerischen Kultusministeriums an Schulen sowie Lehrerfortbildungen zum Thema. «Die Schulen und Lehrkräfte müssen in die Lage versetzt werden, mit dem Thema qualifiziert umzugehen», sagte Spaenle zum Jahrestag des Erscheinens der kommentierten Ausgabe. «Klar ist, dass eine unkommentierte Ausgabe an Bayerns Schulen nicht zum Einsatz kommen kann», betonte er. «Da würden wir auch rechtliche Schritte einleiten.»

Unumstritten ist der Einsatz der Original-Quelle im Unterricht nicht. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ist entschieden dagegen. Auch IfZ-Direktor Andreas Wirsching reagiert bei der Idee, Auszüge aus der Hetzschrift als Quelle im Unterricht zu verwenden, eher verhalten: «Ich warne da vor einer zu starken Hitler-Zentrierung in der öffentlichen Diskussion und vor allem im Geschichtsunterricht.»

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben