Di., 21.04.2026 , 16:46 Uhr

Bayern: Landarzt gesucht – Staatsregierung erhöht Fördergelder deutlich

Um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu verbessern, will der Freistaat Bayern die finanzielle Unterstützung für neue Arztpraxen deutlich ausweiten.

Hintergrund ist der hohe Bedarf in vielen kleinen Kommunen, in denen Termine knapp sind und ein Ärztemangel droht oder bereits besteht.

Bis zu 150.000 Euro sollen Ärztinnen und Ärzte künftig erhalten können, wenn sie sich in besonders strukturschwachen Regionen niederlassen.

Höhere Landarztprämie in Bayern

Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) plant, die bestehende Landarztprämie zu erweitern. Bisher konnten Medizinerinnen und Mediziner maximal 60.000 Euro erhalten, wenn sie eine eigene Praxis in einer Kommune mit weniger als 20.000 Einwohnern eröffnen.

Künftig sollen zusätzliche Prämien möglich sein. In Regionen mit besonders hohem Versorgungsbedarf können Ärztinnen und Ärzte insgesamt bis zu 150.000 Euro Förderung bekommen.

Seit Einführung der Förderung im Jahr 2012 wurden nach Angaben des Ministeriums mehr als 1.500 Ärztinnen und Ärzte unterstützt. Das Gesamtfördervolumen lag bei rund 63 Millionen Euro.

Kombination mit weiterer Prämie möglich

Neben der Förderung des Landes gibt es auch eine Prämie der Kassenärztlichen Vereinigung von bis zu 90.000 Euro. Bislang wurde bereits erhaltenes Geld auf andere Förderungen angerechnet.

Künftig sollen beide Prämien nebeneinander ausgezahlt werden können – zumindest in Regionen mit besonders hohem Versorgungsbedarf. Außerdem sollen Antragsteller mehrfach gefördert werden können, wenn sie zusätzliche Standorte eröffnen.

Neue Mobilitäts- und Team-Up-Prämien

Zusätzlich plant Gesundheitsministerin Gerlach weitere Anreize:

Die sogenannte Mobilitätsprämie soll einmalig 10.000 Euro betragen. Das Geld kann für die Ausstattung nicht ärztlicher Fachkräfte genutzt werden, etwa für Fahrzeuge oder medizinische Tele-Rucksäcke.

Die Team-Up-Prämie sieht 2.000 Euro für Weiterbildungen von Medizinischen Fachangestellten vor.

Weitere Maßnahmen gegen Ärztemangel

Neben finanziellen Anreizen setzt Bayern auch auf weitere Stellschrauben: Dazu zählen Stipendienprogramme für Medizinstudierende, die Landarztquote sowie eine beschleunigte Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Voraussetzung ist, dass sich die Medizinerinnen und Mediziner für einen bestimmten Zeitraum in einem schlecht versorgten Gebiet niederlassen.

dpa / MF

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