Mi., 13.06.2018 , 06:19 Uhr

Bayern: Krankenstand in Pflegeheimen auf Rekordniveau

Die Beschäftigten in bayerischen Pflegeheimen sind vergangenes Jahr so oft krankgeschrieben gewesen wie noch nie. Nach Daten der AOK Bayern waren Pflegekräfte im Schnitt an 6,8 Prozent der Kalendertage arbeitsunfähig. Damit lag der Krankenstand in den Pflegeberufen um rund die Hälfte höher als im Schnitt aller Beschäftigten in Bayern. Die AOK beobachtet auch einen deutlichen Anstieg der Krankschreibungen: Von 2009 bis 2017 ist der Krankenstand in der Pflege um fast ein Viertel gestiegen, während er insgesamt im Freistaat nur geringfügig angewachsen ist, auf zuletzt 4,7 Prozent. 

Neben Erkältungskrankheiten wurden Pflegekräfte demnach besonders oft wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen krankgeschrieben, wie etwa Rückenproblemen. Eine Erklärung dafür liege darin, dass Pfleger oft im Stehen arbeiten und regelmäßig schwer heben und tragen müssen. Auch psychische Probleme führen in der Pflege deutlich öfter zu Krankschreibungen als in der gesamten Wirtschaft.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe sieht einen Hauptgrund für den hohen Krankenstand in ungenügenden Arbeitsbedingungen. «Die chronische Unterbesetzung gefährdet die Patientenversorgung und die Gesundheit der Pflegenden», sagte eine Sprecherin.

Die AOK Bayern erklärte, sie wolle mit einem auf die Pflegebranche zugeschnittenen betrieblichen Gesundheitsmanagement dem Anstieg der Krankenstände entgegenwirken. Die Kasse habe vergangenes Jahr in 280 Pflegeheimen im Freistaat mit rund 20 000 Beschäftigten entsprechende Angebote organisiert.

Foto: Symbolbild

dpa/MF

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