Fr., 13.04.2018 , 08:42 Uhr

Bayern: Jäger wollen Wölfe nicht im Jagdrecht sehen

Der Bayerische Jagdverband (BJV) lehnt die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz ab. Anders als der Deutsche Jagdverband wollen die Jäger im Freistaat nicht die alleinige Verantwortung für die Regulierung des Wolfes übernehmen, sagte BJV-Präsident Jürgen Vocke laut einer Mitteilung vom Donnerstag. «Wird im Einzelfall der Abschuss einzelner Tiere notwendig, so ist dies auch ohne die Übernahme ins Jagdrecht möglich.»

Wie das funktionieren könne, zeige seit vielen Jahren das Biber- und Kormoranmanagement in Bayern, sagte Vocke. Sei die Tötung eines Bibers oder Kormorans im Einzelfall aus öffentlichem Interesse notwendig, entscheide das die zuständige Fachbehörde und beauftrage dann die zuständigen Jäger. So solle das auch beim Wolf gehandhabt werden.

Dem BJV nach wird mit Wölfen im Revier die Bejagung von Reh- und Rotwild wesentlich schwieriger, weil sich die Tiere nicht mehr aus ihrer Deckung wagen. «Das wird negative Auswirkungen auf den Pachtwert der Reviere und die Erfüllung der Abschusspläne haben. Ein erheblicher Verbiss ist programmiert.» Hier müssten Lösungen gefunden werden. Zudem fordert der BJV, von Wölfen gerissene Rehe und Hirsche im Abschussplan zu berücksichtigen. Wildschäden durch Wölfe dürften nicht zu Lasten der Jäger gehen.

Der DJV hatte am Mittwoch eine Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht gefordert. Hintergrund sind Vorstöße in Brandenburg und Südwestdeutschland, spezielle Entnahmetrupps ohne Rücksprache mit den örtlichen Jägern zu bilden. Die Aufnahme ins Bundesjagdgesetz ermögliche einen bundesweit einheitlichen Umgang mit dem Wolf, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, hatte DJV-Sprecher Torsten Reinwald in Berlin gesagt. «Eine generelle Bejagung ist damit nicht möglich, weil der Wolf über EU-weite Regelungen weiterhin streng geschützt ist.»

Unterdessen ist Anfang der Woche in der Nähe von Viechtach (Landkreis Regen) ein Wolf gesichtet worden. Experten des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg sowie der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf identifizierten auf dem Video das Tier eindeutig als einen Wolf. Es weise wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportion auf, die es von einem Hund eindeutig unterscheiden, teilte das LfU am Donnerstag mit. Ein Landwirt hatte das Tier am Montag gefilmt.

Nach Bayern können laut LfU jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern. Jungtiere wandern bei Geschlechtsreife weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Territorium.

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

01.05.2026 Oberpfalz: Wenige Zwischenfälle in der Nacht zum 1. Mai Die Freinacht in der Oberpfalz ist aus Sicht der Polizei überwiegend ruhig verlaufen. Zwar kam es in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai vereinzelt zu Einsätzen, größere Ausschreitungen oder schwere Vorfälle blieben jedoch aus. 30.04.2026 Oberpfalz: Polizei mahnt zur Rücksicht in der Freinacht In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist in vielen Orten der Oberpfalz wieder mit kleineren Streichen rund um die sogenannte Freinacht zu rechnen. Das Polizeipräsidium Oberpfalz erinnert daran, dass Brauchtum und Spaß dort enden, wo Eigentum beschädigt, Menschen gefährdet oder die öffentliche Ordnung gestört werden. Freinacht in der Oberpfalz: Grenzen des 30.04.2026 Bayern: Zahl der Arbeitslosen geht im April nur leicht zurück Normalerweise sorgt das Frühjahr für eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt, doch diesmal blieb die erhoffte Belebung weitgehend aus. Arbeitslosenzahl sinkt nur minimal Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum März um 6.556 Personen auf insgesamt 322.747. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 30.04.2026 Bernhardswald: Neue Johanniter-Kinderkrippe offiziell eröffnet Die Gemeinde Bernhardswald hat eine neue Kinderkrippe unter Trägerschaft der Johanniter eröffnet. Mit dem Neubau reagiert die Kommune auf die bislang beengte Situation: Zwei Krippengruppen waren zuvor in Containern untergebracht, eine weitere im benachbarten Kindergarten. Nun bietet das neue Gebäude moderne Räume für drei Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern – insgesamt also Platz für 36