Do., 29.06.2023 , 15:42 Uhr

Bayern: Inflation steigt wieder leicht

Zuletzt war die Inflation auch in Bayern immer weiter gesunken, jetzt ging es wieder leicht nach oben - dabei spielt auch das 9-Euro-Ticket eine Rolle.

Die Inflation in Bayern ist zum ersten Mal seit Januar wieder leicht gestiegen. Das Landesamt für Statistik gab sie am Donnerstag mit 6,2 Prozent für den Juni an. Das waren den vorläufigen Ergebnissen zufolge 0,1 Prozentpunkte mehr als im Mai. Die Preissteigerung wird dabei jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat erhoben. Ihren Höhepunkt hatte sie in Bayern im November mit 9,2 Prozent erreicht, seither war sie mit leichten Schwankungen tendenziell zurückgegangen.

Zu den größten Treibern der Preissteigerung in Bayern gehören derzeit Nahrungsmittel, die 12,8 Prozent teurer sind als vor einem Jahr sowie Haushaltsenergie wie Strom, Gas und Brennstoffe, die sich um 11,7 Prozent verteuert haben. Dabei fällt einer der aktuell größten Inflationsbremser ebenfalls in die Kategorie Haushaltsenergie: Leichtes Heizöl ist um 34,9 Prozent billiger als vor einem Jahr. Ebenfalls bremsend wirkten sich Kraftstoffe aus, die um 9,7 Prozent günstiger waren als im Juni 2022.

Heizöl und Kraftstoffe haben sich in den letzten Jahren – insbesondere nach Beginn des Ukrainekrieges – zwar deutlich verteuert, da die starken Preisanstiege aber bereits mehr als ein Jahr zurückliegen, tauchen sie in der aktuellen Inflationsrate nicht mehr auf. Vielmehr wird mit den außergewöhnlich hohen Preisen vor einem Jahr verglichen, was die bei diesen Produkten sinkenden Preise erklärt.

Ein solcher Basiseffekt hat allerdings auch zu der im Vergleich zum Mai gestiegenen Inflation beigetragen: Die Kosten im Bereich kombinierte Personenbeförderungsleistungen haben sich im Vergleich zum Juni 2022 mehr als verdoppelt. Dahinter steckt das 9-Euro-Ticket, das vergangenes Jahr im Juni gestartet war und die Kosten im Vergleichszeitraum stark drückte.

Betrachtet man den Preistreiber Nahrungsmittel näher, waren es im Juni unter anderem Zucker, Möhren sowie Knoblauch, Zwiebeln und Ähnliches, die den Einkauf mit Steigerungen um deutlich mehr als die Hälfte verteuerten. Speiseöle und -fette gaben dagegen um 11 Prozent nach – sie hatten nach Beginn des Ukraine-Krieges aber auch besonders stark angezogen.

Im deutschen Vergleich liegt Bayern mit seiner Inflation eher gut: Bundesweit beträgt die Rate 6,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstagnachmittag mitteilte, ist also 0,2 Punkte höher als im Freistaat.

dpa

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