So., 07.08.2022 , 11:29 Uhr

Bayern holt 100 000 zusätzliche Grippe-Impfdosen für den Herbst

Um sich für die kommende Grippesaison zu wappnen, holt der Freistaat 100 000 zusätzliche Impfdosen.

Fachleute gingen davon aus, dass im Herbst und Winter eine Corona- und eine Influenza-Welle zusammentreffen könnten, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in München. «Wir müssen mit einem komplexen Infektionsgeschehen rechnen.»

Nach Angaben des Ministeriums sollen die bayerischen Apotheken den zusätzlichen Impfstoff an die Ärzte im Freistaat verteilen, sobald sich abzeichnet, dass sich reguläre Impfstoff-Bestellungen verspäten – frühestens aber Mitte Oktober.

Holetschek betonte, dass die Grippe-Impfung beim gleichen Arztbesuch verabreicht werden könne wie eine Auffrischimpfung gegen Corona. Vor allem chronisch Kranke, Schwangere und über 60-Jährige sollten sich gegen die Grippe impfen lassen.

Bayern empfehle aber allen Menschen die Impfung gegen Influenza. «Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto besser – denn in diesem Jahr ist eine Impfung besonders wichtig», sagte Holetschek. Dazu solle man sich bei seinem behandelnden Arzt beraten lassen.

dpa

 

Die Mitteilung aus dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Bayern beschafft zusätzlichen Grippeimpfstoff für die kommende Grippe-Saison. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Sonntag hingewiesen. Der Minister betonte: „Neben dem Kampf gegen das Coronavirus dürfen wir die Influenza nicht unterschätzen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass im Herbst und Winter 2022/2023 eine COVID-19-Welle mit einer Influenza-Welle zusammentrifft. Wir müssen mit einem komplexen Infektionsgeschehen rechnen. Bayern wappnet sich daher bereits jetzt für die kommende Saison und beschafft 100.000 zusätzliche Impfdosen des Hochdosis-Influenzaimpfstoffs.“

Die Verteilung des zusätzlichen Impfstoffs vom Hersteller an die Ärzteschaft erfolgt über die bayerischen Apotheken. Sie wird in die Wege geleitet sobald sich abzeichnet, dass sich die Bestellungen über die regulären Vertriebswege erheblich verzögern, jedoch frühestens Mitte bis Ende Oktober.

Der Minister erläuterte: „Die Grippe ist keine harmlose Erkältung, sondern eine ernsthafte Erkrankung. Bei schweren Verläufen kann sie gesundheitliche Folgen wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung nach sich ziehen.“ Der Freistaat setze alles daran, das Gesundheitssystem vor einer weiteren Überlastung zu schützen, betonte Holetschek. Der Minister sagte: „Dafür braucht es nicht nur einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2, sondern auch eine hohe Immunität gegen das Influenzavirus. Die Impfung gegen die Grippe ist die beste Prävention.“

Der Minister erläuterte: „Nach Angaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) können die Impfungen gegen Grippe und gegen COVID-19 zeitgleich gegeben werden. Das ist eine gute Gelegenheit für alle, die noch nicht vollständig gegen COVID-19 immunisiert sind, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Auch mit Corona-Auffrischungsimpfungen kann die Grippeimpfung kombiniert werden. Klar ist: Beide Impfungen schützen vor allem gegen schwere Verläufe. Und: Beide entlasten unser Gesundheitssystem.“

Das bayerische Gesundheitsministerium plant ab August mit Kommunikationskampagnen über die Corona-Impfung und die Grippe-Impfung aufzuklären. Holetschek betonte: „Ich werde am 23. August den Auftakt für unsere neue Kommunikationskampagne ‚Na Sicher‘ geben. Mit der Kampagne wollen wir den Impfungen nochmal einen kräftigen Schub geben. Wir werden auf verschiedensten Kanälen kommunikativ für die Impfung werben, vor allem in den sozialen Medien werden wir konsequent auf die Grippeimpfung aufmerksam machen.“

Holetschek fügte hinzu: „Insbesondere chronisch kranke Menschen, Schwangere und Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahren sollten sich zum Schutz vor der Grippe impfen lassen. Auch wenn jemand viele Kontakte mit anderen insbesondere vulnerablen Menschen hat, ist der Impfschutz besonders wichtig. Die Influenza-Impfung ist daher auch für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unverzichtbar.“ Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO die jährliche Influenza-Impfung mit einem Hochdosis-Influenzaimpfstoff, weil dieser im Vergleich zum Standard-Influenzaimpfstoff eine leichte, aber doch signifikant bessere Wirksamkeit bei dieser Personengruppe zeigt.

Der Minister betonte: „Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto besser – denn in diesem Jahr ist eine Impfung besonders wichtig. Wir empfehlen die Grippeimpfung in Bayern daher nicht nur den Risikogruppen. Jeder sollte sich im Herbst, sobald der Impfstoff zur Verfügung steht, bei seinem behandelnden Arzt beraten lassen und gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung für ihn sinnvoll ist oder nicht.“ Holetschek ergänzte: „Mein herzlicher Dank gilt den Ärztinnen und Ärzten, die mit den Menschen vor Ort über die Impfungen sprechen und die Sorgen ausräumen. Vergelt’s Gott für Ihren Einsatz!“

Die Grippesaison, der Zeitraum in dem die Grippeviren hauptsächlich zirkulieren, ist bei uns üblicherweise von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Um einen wirksamen Impfschutz aufzubauen, braucht das Immunsystem etwa zwei Wochen. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Das liegt daran, dass sich Grippeviren leicht verändern können. Daher muss die Zusammensetzung des Impfstoffs für jede Grippesaison angepasst werden.

Weiterführende Informationen zum Thema Influenza unter www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/influenza/ und unter www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/Influenza/Influenza.html.

 

dpa / Pressemitteilung

 

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