Mi., 11.10.2017 , 11:06 Uhr

Bayern: Hilfsbedürftige Igel unterwegs

Der diesjährige September war fast überall im Freistaat zu kalt und deutlich zu nass, vor allem für die Igel in Bayern. Das Wetter erschwerte es insbesondere den Igelmüttern ihren Nachwuchs gesund großzuziehen. So werden dem LBV derzeit auch deutlich mehr unterkühlte und unterernährte, tagaktive Jungtiere als noch im Vorjahr gemeldet. „Igel, die während des Tages im Garten oder auf der Straße gefunden werden, befinden sich immer in einer Notsituation“, erklärt die LBV-Igelbeauftragte Martina Gehret. Betroffen sind vor allem Igelmütter und spät geborene Jungtiere. „Junge und vor allem unterernährte Igel können ihre Körpertemperatur nur schwer halten und werden daher oft stark unterkühlt aufgefunden,“ so Gehret weiter.  Der LBV ruft deshalb dazu auf, hilfsbedürftigen Tieren im Garten einen trockenen und geschützten Unterschlupf anzubieten und sie mit einer Zufütterung zu unterstützen.

Das schlechte Herbstwetter hat es den Igeln bisher nicht leichtgemacht. Die Weibchen haben durch die Geburt und Aufzucht der Igelkinder viel Energie verloren. Die erst im September geborenen Jungigel sind ebenfalls noch nicht fit genug für die nasskalte Herbstwitterung. „Die Tiere müssen nicht nur viel weitere Strecken zurücklegen, um genug Futter zu finden. Bei dem nassen Wetter kühlen dünne Tiere besonders schnell aus und können deshalb leichter krank werden“, begründet Martina Gehret die Vielzahl der am Tag gefundenen Jungigel. Sofortige Hilfe bietet hier nur ein trockener Unterschlupf und die Zufütterung im Garten. Kranke Tiere hingegen werden durch eine Fütterung nicht gesund. Sie brauchen fachkundige Pflege und eine artgerechte Unterbringung, die eine anerkannte Igelpflegestation oder Tierärzte bieten.

Bei der unterstützenden Fütterung der stacheligen Gartenbewohner muss unbedingt auf die Hygiene geachtet werden. Denn auch Igel können sich an verschmutzten Futterstellen Krankheiten einfangen. Wer helfen möchte, aber keine Möglichkeit zur Fütterung im Garten hat, sollte unbedingt das Laub liegen lassen oder am besten gleich einen Laub- und Reisighaufen anlegen. Ein mit Ästen bedeckter Laubhaufen ist ein beliebter Schlaf- und Überwinterungsplatz für Igel.

Zudem können alle Igelfreunde die Tiere unterstützen, indem Sie jeden beobachteten Igel über die Webseite des LBV-Bürgerforschungsprojekt Igel-in-Bayern melden. Mehr Infos auch unter www.igel-in-bayern.de

Pressemitteilung/MF

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