Die Trockenheit in Bayern verschärft sich weiter. Nach aktuellen Daten des Landesamts für Umwelt (LfU) weisen 84 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen sowie 76 Prozent der Messstellen in tieferen Grundwasserstockwerken niedrige Wasserstände auf. Damit erreicht die Situation den schlechtesten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Nach Angaben des LfU lagen die Werte im vergangenen Jahr deutlich höher. Damals zeigten lediglich 34 Prozent der Messstellen niedrige Grundwasserstände, 2024 waren es sogar nur sieben Prozent. Vergleichbar war die Lage zuletzt im Trockenjahr 2022 mit 73 Prozent. Im aktuellen Niedrigwasserbericht heißt es: „Die aktuelle Situation ist deutlich angespannt.“
Die Entwicklung wird in Bayern an rund 620 Messstellen des Grundnetzes, etwa 210 weiteren Messstellen des Verdichtungsnetzes sowie rund 1.000 Messstellen der staatlichen Sondernetze überwacht. Hinzu kommen rund 100 Quellmessstellen. Nach Angaben des LfU reicht dieses Messnetz aus, um die Grundwassersituation zuverlässig zu erfassen und zu bewerten.
Ob die anhaltende Hitze und die geringen Niederschläge die Grundwasserneubildung dauerhaft beeinträchtigen, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Im Jahr 2025 fielen bayernweit insgesamt rund 716 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – fast ein Viertel weniger als im langjährigen Referenzzeitraum.
Die Grundwasserneubildung wird laut LfU mithilfe eines landesweiten Bodenwasserhaushaltsmodells berechnet. Ein endgültiger Wert kann jedoch erst im April des Folgejahres ermittelt werden.
Bereits seit Jahren weist Bayern ein Defizit bei der Grundwasserneubildung auf. Zwischen 2003 und 2025 lag das durchschnittliche jährliche Minus bei rund 15 Prozent. Zwar sorgte das niederschlagsreiche Jahr 2024 vorübergehend für eine Entspannung, doch laut LfU „diese Erholung war in ihrer Ausprägung jedoch nicht nachhaltig, so dass sich das Defizit in der Grundwasserneubildung nach dem Trockenjahr 2025 erneut vergrößert hat.“
dpa / MF