Do., 22.04.2021 , 08:08 Uhr

Bayern gibt AstraZeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen frei

Wie der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek mitgeteilt hat, gibt Bayern den Corona-Impfstoff AstraZeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen frei. Der Impfstoff kann damit unabhängig von der Priorisierung auch an Menschen unter 60 Jahren verimpft werden. 

Der Impfstoff AstraZeneca kann in den bayerischen Arztpraxen auch an Menschen unter 60 Jahren unabhängig von der Priorisierung verimpft werden.  sagte am Mittwoch in München:

„Die Priorisierung bei AstraZeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden. Seit dem 19. April wird AstraZeneca für Erstimpfungen in Bayern nur in Haus- und Facharztpraxen verimpft. Die Ärzte kennen ihre Patienten gut, und wissen, wem sie aus dem Kreis der unter 60-Jährigen unter Berücksichtigung der Vorgaben der Ständigen Impfkommission ein Impfangebot mit diesem Wirkstoff machen können und beraten hierzu ausführlich. Dieses besondere Vertrauensverhältnis wollen wir nutzen, denn jede Dosis Impfstoff muss möglichst rasch verimpft werden. So schaffen wir für noch mehr Menschen einen möglichst sofortigen und unkomplizierten Zugang zu einer Schutzimpfung. Jede Impfung zählt!“ - Klaus Holetschek, Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister

Der Minister fügte hinzu: „Mich freut zudem: Im überwiegenden Teil der Bayerischen Impfzentren erhalten bereits regelmäßig Menschen aus der Priorisierungsgruppe 3 ein Impfangebot, d.h. vor allem die 60 bis 69-Jährigen. Das ist ein großer Erfolg! Es zeigt, wie gut die Bayerische Impfstrategie aufgeht und dass die über 70-Jährigen bereits weitgehend geimpft sind oder zumindest einen Impftermin erhalten haben. Jetzt können wir diesen weiteren Schritt zu einem breiteren Impfangebot machen.“

Zur Priorisierungsgruppe 3 gehören nicht nur die 60- bis 69-Jährigen, sondern etwa auch Lehrkräfte an Gymnasien, Real- und Mittelschulen, Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel, Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen der kritischen Infrastruktur tätig sind wie im Transport- und Verkehrswesen und der Telekommunikation, sowie Menschen mit Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes mellitus ohne Komplikationen oder Asthma und viele weitere.

Der Minister betonte: „Selbstverständlich werden auch weiterhin in allen Impfzentren Personen der ersten und zweiten Priorisierungsgruppen geimpft, wenn bisher nicht Geimpfte in diesen Priorisierungsgruppen sich nun auch für eine Impfung entscheiden und sich in BayIMCO registrieren, oder wenn sie die ihnen angebotenen Termine annehmen.“

 

Wichtiger Schritt zur Herdenimmunität

Bayerns Kassenärzte sehen in der Freigabe des Impfstoffs von Astrazeneca für alle Altersgruppen einen wichtigen Schritt zur Herdenimmunität. Nun könne der Impfstoff bei interessierten jüngeren Patienten eingesetzt werden, die aus Sicht des Arztes dafür geeignet sind, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) am Donnerstag in München. «Es ist ein erster Schritt raus aus der Priorisierung, hin zu einem allgemeinen Impfangebot und zur Herdenimmunität.»

Ob den Arztpraxen dafür genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, lasse sich bislang «nicht seriös beantworten», sagte der Sprecher. Laut dem Impfmonitor des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Vereinigungen standen bayerischen Impfzentren und Praxen demnach Stand Dienstag rund 247.000 Astrazeneca-Impfdosen zur Verfügung. Wie viel davon für Patienten über 60 zurückgelegt wurde, sei der KVB aber nicht bekannt, sagte der Sprecher. «Prinzipiell gilt weiterhin: Die Patienten werden von der Praxis informiert, wenn ein Impfangebot verfügbar ist.»

 

Bayerisches Gesundheitsministerium/dpa/MB

 

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