Die Zahlen stammen aus dem aktuellen „Lagebild Amateurfußball“ des Deutschen Fußball-Bundes. Grundlage sind die Angaben der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Elektronischen Spielbericht.
Von den gemeldeten Vorfällen in Bayern entfielen 298 auf Gewalt und 185 auf Diskriminierung. In einzelnen Spielen konnten mehrere Arten von Vorfällen gemeldet werden. Im Vorjahr hatte die Gesamtquote bei 0,24 Prozent gelegen.
Damit liegt Bayern weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit wurden bei 0,42 Prozent der erfassten Spiele entsprechende Vorfälle registriert.
Insgesamt wurden in der vergangenen Saison 87 Spiele in Bayern vorzeitig beendet. Das entspricht 0,05 Prozent aller erfassten Begegnungen. Bundesweit liegt die Quote der Spielabbrüche bei 0,07 Prozent.
Die meisten Abbrüche gab es im Herren- und Juniorenfußball. Bei den Herren wurden 44 Spiele abgebrochen, bei den Junioren waren es 40 Begegnungen. Im Seniorenbereich gab es zwei Spielabbrüche, bei den Juniorinnen einen. Im Frauenfußball wurde kein Spiel abgebrochen.
BFV-Präsident Christoph Kern sieht in den Zahlen ein Zeichen für ein überwiegend respektvolles Miteinander auf Bayerns Fußballplätzen.
„Die Zahlen unterstreichen einmal mehr, dass ein respektvolles Miteinander auf Bayerns Fußballplätzen gelebte Realität ist. Zugleich zeigen sie aber auch, dass wir Gewalt, Beleidigungen, Diskriminierung und Ausgrenzung weiterhin entschieden bekämpfen müssen. Das ist eine Aufgabe der gesamten Fußballfamilie. Wer für Gemeinschaft und Zusammenhalt einsteht, darf Grenzüberschreitungen nicht tolerieren, sondern muss ihnen konsequent entgegentreten – und das beginnt bei verbalen Entgleisungen. Eine Verharmlosung lassen wir da nicht zu“, sagt Kern.
Besonders häufig waren Spielerinnen und Spieler von den gemeldeten Vorfällen betroffen. In 267 Fällen wurden sie als Geschädigte erfasst. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter wurden in 180 Fällen als Betroffene genannt.
Als Beschuldigte wurden überwiegend Spielerinnen und Spieler registriert. Daneben wurden auch Zuschauer sowie Mitglieder der Funktionsteams genannt.
Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt nach eigenen Angaben eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Gemeldete Fälle werden von den unabhängigen bayerischen Sportgerichten aufgearbeitet. Mögliche Sanktionen reichen von Bewährungsstrafen bis zum Verbandsausschluss.
Besonders schwerwiegende Fälle gibt der BFV zudem an die Justiz weiter. Seit Beginn der Kooperation mit der Generalstaatsanwaltschaft München im Februar 2024 wurden 17 Fälle an die Strafverfolgungsbehörden übermittelt.
„Respekt, Fairness und Gemeinschaft sind das Fundament unseres Sports. Wer diese Grundwerte mit Füßen tritt, schadet nicht nur dem Spiel, sondern der gesamten Fußballfamilie. Deshalb reagieren wir auf entsprechendes Fehlverhalten konsequent und mit der notwendigen Klarheit“, sagt Christoph Kern.
Neben Sanktionen setzt der BFV auf Prävention, Aufklärung und Fair-Play-Kampagnen. Vom 18. bis 27. September 2026 finden bayernweit die RESPEKT-Aktionsspieltage statt. Der Verband organisiert die Aktion gemeinsam mit Philipp Lahm und dessen Initiative treffpunkt verein.
Mehr als 700 Vereine haben sich dafür angemeldet. Insgesamt sollen über 1400 Teams bei den Aktionsspieltagen ein Zeichen für einen respektvollen Umgang auf und neben dem Fußballplatz setzen.
Bayerischer Fußball-Verband e. V.