Mi., 17.01.2024 , 17:29 Uhr

Bayern: Gesundheitsministerin Judith Gerlach gegen Legalisierung von Cannabis

Nach langen Verhandlungen verkündete die Ampel im Herbst in Sachen Cannabis-Legalisierung eine Einigung. Doch die Kritik hält an. Wann genau das Gesetz im Bundestag verabschiedet wird, scheint offen.

Die SPD-Fraktion strebt weiterhin an, das Gesetz zur Legalisierung von Cannabis «zeitnah» im Bundestag zu verabschieden. «Daran halten wir fest», sagte Fraktionsgeschäftsführerin Katja Mast am Mittwoch in Berlin. Eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: «Aus unserer Sicht steht der Gesetzentwurf.» Es sei Sache des Parlaments, letzte Änderungen vorzunehmen und die zweite und dritte Lesung im Bundestag anzusetzen. Ein konkreter Termin dafür wurde aber zunächst nicht bekannt. Aus Bayern kam erneut der Appell, das Vorhaben doch noch zu stoppen.

Die Ampel-Koalitionsfraktionen hatten sich Ende November darauf verständigt, Cannabis im Betäubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Substanzen zu streichen. Eigenanbau und Besitz bestimmter Mengen der Droge sollen für Volljährige ab 1. April 2024 erlaubt sein. Zum 1. Juli sollen Clubs zum gemeinsamen Anbau möglich werden. Eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die Pläne am Mittwoch abermals:

«Wir brauchen einen neuen Ansatz, um Heranwachsende von der Droge möglichst fernzuhalten, den Schwarzmarkt einzudämmen und die Stoffe zu kontrollieren.»

SPD-Innenpolitiker hatten allerdings kurz nach der Einigung Bedenken geltend gemacht. Dabei ging es um verschiedene Lockerungen, etwa geringere Mindestabstände zu Schulen und Kindertagesstätten beim Cannabiskonsum. Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden für Gesundheit und Inneres, Dagmar Schmidt und Dirk Wiese, hatten daraufhin Anfang Dezember erklärt: «Wir sind auf der Zielgeraden und guter Dinge, den Gesetzentwurf zeitnah im neuen Jahr im Deutschen Bundestag zu verabschieden.» Mast betonte am Mittwoch, dass es bei dieser Planung bleibe. «Ich bin zuversichtlich, dass das dann verabschiedet wird.» Derzeit fänden noch «klärende Gespräche» statt.

Kritiker gibt es aber auch in der SPD. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler sagte der «Rheinischen Post», das Gesetz dürfe so auf keinen Fall kommen. «Würde das Gesetz so verabschiedet, würden wir das im Alltag sehr schnell merken, weil buchstäblich an jeder Ecke, zum Beispiel in Straßencafés, gekifft werden dürfte.»

Bedenken wegen der Pläne gibt es seit langem auch in den Bundesländern. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) teilte am Mittwoch mit:

«Die Cannabis-Legalisierung ist eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, die wir in der Politik dringender an anderer Stelle brauchen.»

Eine Legalisierung von Cannabis wäre nach ihren Worten eine «verantwortungslose Gefährdung der Gesundheit vor allem unserer Kinder und Jugendlichen». Wenn die Legalisierung doch noch kommen sollte, sei Bayern entschlossen, sich weiter mit aller Macht gegen den Cannabis-Konsum zu stemmen.

Die Legalisierung ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der Ampel. Über den Gesetzentwurf wurde lange beraten. Im November bestätigte Minister Lauterbach dann, dass die Cannabis-Legalisierung nicht wie geplant zum 1. Januar, sondern später kommen wird.

 

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

20.08.2026 Bayern: Rund 19.800 Plätze in Asylunterkünften seit Sommer 2025 abgebaut In Bayern sind seit Sommer 2025 rund 19.800 Plätze in Asylunterkünften abgebaut oder gekündigt worden. Damit ist das für 2026 gesetzte Ziel von mindestens 20.000 Plätzen bereits im August nahezu erreicht. In den kommenden Monaten und 2027 soll der Abbau weitergehen.   Abbau in allen sieben Regierungsbezirken Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist 07.08.2026 Freistaat lockert finanzielle Zügel für angeschlagene Bauern Die bayerische Staatsregierung hat den Schweinehaltern im Freistaat Entlastungen finanzielle Entlastungen versprochen. «Die Lage der landwirtschaftlichen Betriebe ist ernst – die Schweinehaltung in Bayern steht unter massivem wirtschaftlichem Druck», sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU), jahrelang selbst als Vollerwerbs-Landwirt tätig. Konkret sollen im begründeten Einzelfall betroffene Betriebe steuerliche Stundungen erhalten können. Zudem sollen Einkommensteuer-Vorauszahlungen 21.07.2026 Deutliche Kritik von CSU-Minister an Arbeit von EVP-Chef Manfred Weber Mit ungewohnt kritischen Worten fordern CSU-Minister aus Bayern von ihrem Parteifreund Manfred Weber mehr Einsatz zugunsten der Land- und Forstwirtschaft im Freistaat. Spitzenvertreter des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und der Familienbetriebe Land und Forst Bayern «monierten vehement, dass sie von den Ansprechpartnern der EU-Ebene und auch von Dir nicht richtig gehört, sondern vertröstet oder 30.06.2026 Nordspange: Aumer und Rumstadt fordern sorgfältige Prüfung des Bürgerbegehrens Nach der Übergabe der Unterschriften für das geplante Bürgerbegehren gegen die Nordspange fordern der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer und Lappersdorfs Erster Bürgermeister Franz Rumstadt eine umfassende Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit durch die Stadt Regensburg. Sorgfältige Prüfung gefordert Nach Ansicht von Peter Aumer müsse ein Bürgerbegehren alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen. „Direkte Demokratie lebt davon, dass die Bürgerinnen