Mo., 20.07.2020 , 16:51 Uhr

Bayern: Gefährliche Ambrosia-Pflanzen breiten sich immer mehr aus

Die gesundheitsgefährdende Allergiepflanze Ambrosia breitet sich in Bayern immer weiter aus. Besonders betroffen ist der Landkreis Roth. Die Pollen der Pflanze können heftige allergische Reaktionen auslösen – sie haben ein fünf Mal höheres Allergiepotenzial als Gräserpollen. 

 

«Bei den Untersuchungen im Jahr 2019 wurden 45 neue große Ambrosia-Bestände gefunden, so dass die Gesamtzahl der erkannten großen Bestände auf 509 anstieg», sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag bei der Besichtigung eines Ambrosia-Bestandes in Georgensgmünd im Landkreis Roth. Die Dunkelziffer dürfe deutlich höher liegen. Roth sei der mit am stärksten betroffene Landkreis in Bayern. 34 große Bestände mit jeweils mehr als 100 Pflanzen wurden seit 2007 dort entdeckt.

«Die Pollen der nordamerikanischen Beifuß-Ambrosie, die kurz vor der Blüte steht, können bei Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen. Deshalb ist es unser Ziel, die Ausbreitung der Pflanze in Bayern so weit wie möglich zu stoppen», betonte Huml. Jährlich investiere der Freistaat 90 000 Euro in das Ambrosia-Monitoring. Auf freiwilliger Basis sei es zwar gelungen, die unkontrollierte Ausbreitung der Allergiepflanze zu verlangsamen. «Aber wie unser begleitendes Monitoring zeigt, steigen die Zahlen immer noch an. Deshalb arbeiten wir an einer weiterführenden Strategie.»

Die Pollen der Ambrosia können beim Menschen schon in kleinen Mengen allergische Reaktionen wie Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergisches Asthma auslösen. Die Ambrosiapollen hätten ein fünf Mal höheres Allergiepotenzial als Gräserpollen. Rund 80 Prozent aller Pollenallergiker würden auch auf Ambrosia reagieren.

Die ursprünglich in den USA beheimatete Pflanze Beifuß-Ambrosie breitet sich seit den 1990er Jahren in Bayern aus. Eine Ambrosia-Pflanze kann zwischen 3000 und 60 000 Samen in ihrem einjährigen Lebenszyklus abwerfen. Außerdem kann sie bis zu eine Milliarde Pollen in die Luft entlassen. Zur Hauptblüte kommt Ambrosia erst spät im Jahr – je nach Wetterlage zwischen August und September.

 

dpa / MB

Das könnte Dich auch interessieren

16.04.2026 Neue Verstärkung für die Polizei in der Oberpfalz Am Mittwoch begrüßte Polizeivizepräsident Robert Fuchs im Polizeipräsidium Oberpfalz die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Oberpfalz. 15.04.2026 Oberpfalz: Polizei setzt GPS-Köderfahrräder gegen Fahrraddiebe ein Das Polizeipräsidium Oberpfalz geht bei Fahrraddiebstählen neue Wege und setzt künftig auf Köderfahrräder mit GPS-Sendern. Damit sollen vor allem organisierte Diebesbanden schneller erkannt und überführt werden. 15.04.2026 Bund plant Entlastung für Geberländer – Bayern kritisiert ungerechten Finanzausgleich Der Bund greift hoch verschuldeten Kommunen unter die Arme. Doch nicht nur sie werden entlastet - sondern auch die reichsten Bundesländer. Zu denen gehört auch Bayern. 15.04.2026 München/Regensburg: Olaf Hermes wird neuer Chef der Staatsforsten Neues Gesicht für die Staatsforsten – altbekanntes für RegensburgDie Bayerischen Staatsforsten bekommen einen neuen Chef: Zum 1. Juli wird der von den Stadtwerken Bonn geholte Manager Olaf Hermes an die Spitze des größten deutschen Forstbetriebs treten. Das teilte das Wirtschaftsministerium in München mit. «Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Blick von außen neue Impulse