Bayern will künftig mehr Rohöl aus Kasachstan importieren. Hintergrund sind die angespannte Lage auf dem Weltmarkt und Lieferprobleme an der Straße von Hormus. Ein neues Abkommen soll die Energiesicherheit des Freistaats langfristig stärken.
Bei einem Besuch in der kasachischen Hauptstadt Astana sprach Bayerns Europaminister Eric Beißwenger (CSU) von einem wichtigen Schritt für die Versorgungssicherheit.
„Das ist in der aktuellen Situation an der Straße von Hormus ein absoluter Lichtblick für Bayern. Es erhöht langfristig unsere Energiesicherheit“, sagte Beißwenger laut Staatskanzlei.
Wie viel zusätzliches Öl künftig nach Bayern geliefert werden soll, ist bislang offen. Die Staatskanzlei bezeichnete das Ergebnis des Treffens mit dem kasachischen Energieminister Jerlan Akkenschenow als „überraschenden Erfolg“.
Schon heute stammen rund 50 Prozent des bayerischen Erdöls aus Kasachstan. Bereits 2025 hatte das Land seine Öl-Lieferungen um 44 Prozent erhöht.
Im Gegenzug bot Beißwenger Unterstützung beim Ausbau erneuerbarer Energien an. Bayerische Technologie solle dabei helfen, die Energieversorgung in Kasachstan weiterzuentwickeln.
Bei der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung betonte der Minister:
„Wir stärken unsere außenwirtschaftliche und geopolitische Widerstandsfähigkeit durch die Neuauflage der Zusammenarbeit mit Kasachstan“.
Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten setze Bayern auf Diversifizierung, verlässliche Partner und neue Märkte.
„Immer auf der Grundlage von Rechtssicherheit und wechselseitigem Nutzen. Nur wenn beide Seiten profitieren, entstehen stabile Partnerschaften.“
Auch von kasachischer Seite wurde die Zusammenarbeit hervorgehoben. Laut Angaben betonte Außenminister Alibek Kuantyrow, Bayern sei wegen seiner wirtschaftlichen Stärke ein besonders interessanter Partner.
Kasachstan trage erheblich zur Rohstoff- und Seltene-Erden-Versorgung Deutschlands bei. Im Gegenzug erhofft sich das Land Unterstützung bei der Erkundung, Förderung und Verarbeitung seiner Ressourcen.
dpa / MF