Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit.
Besonders die beiden wichtigsten Branchen, der Auto- und der Maschinenbau, mussten jedoch im Saldo Einbußen hinnehmen.
Die Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung der Handelsströme. Die Exporte in die USA sanken um knapp 10 Prozent auf 26 Milliarden Euro. Noch stärker fiel der Rückgang beim Geschäft mit China aus: Hier gingen die Ausfuhren um knapp 11 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro zurück.
Im Gegenzug konnte Bayern seine Exporte in andere Regionen ausbauen. Vor allem die restliche EU, Großbritannien, die Türkei sowie weitere Länder gewannen an Bedeutung.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, betonte die Notwendigkeit neuer Absatzmärkte. „Sowohl in den USA als auch in China machen Protektionismus und wettbewerbsverzerrende Maßnahmen unseren Unternehmen das Leben schwer“, kommentierte er. Viele Firmen reagierten bereits und schickten ihre Vertriebsmanager verstärkt in andere Länder, um neue Kunden zu gewinnen.
Das Landesamt veröffentlichte wie üblich nur die reinen Zahlen. Als zentrale Ursachen gelten jedoch politische Entwicklungen. In den USA wirken sich die Zollerhöhungen der Trump-Regierung aus. In China verfolgt die Führung unter Staatschef Xi Jinping seit Jahren eine Strategie, Importe durch eigene Produkte zu ersetzen.
Diese politischen Rahmenbedingungen treffen besonders die exportstarke bayerische Wirtschaft.
Im Handel mit China verschärft sich zudem das Ungleichgewicht. Während bayerische Unternehmen 2025 nur noch Waren im Wert von knapp 14 Milliarden Euro in die Volksrepublik exportierten, stiegen die Importe aus China auf über 33 Milliarden Euro.
Noch vor wenigen Jahren galt das Chinageschäft als wichtiger Pfeiler des bayerischen Exporterfolgs. Inzwischen hat sich die Lage gedreht: China reduziert seine Importe, baut aber gleichzeitig seine eigenen Ausfuhren aus.
Auch hier spielen indirekt die USA eine Rolle. Weil Präsident Trump chinesische Exporte in die Vereinigten Staaten erschwert, drängen chinesische Unternehmen verstärkt auf europäische und andere internationale Märkte.
dpa / MF